Josefine offenbach kuscheln affäre

josefine offenbach kuscheln affäre

In manchen dieser Aufführungen werden auch schon die neuen lokalen Regierungen kritisiert. Es ist ein Theater der neuen Staatsbürgerschaft. Also schon die Keimzelle für ein neues Syrien? Ja, das kann es bedeuten. Hier in Europa wird der Krieg in Syrien ja meist als Bürgerkrieg dargestellt. Natürlich gibt es Elemente davon. Aber eigentlich findet eine Revolution statt.

Am Anfang war nur ein politischer Machtwechsel angestrebt. Inzwischen aber geht es um eine ganz neue Gesellschaft, um Gedankenfreiheit, um die Freiheit zur Wahl eines eigenen Lebenswegs. Meine Auffassung davon, dass es sich um eine Revolution… mehr. Lisa Jopt, Nicola Bramkamp, Ihr veranstaltet am Männer sind nicht zugelassen. Wir wollen sofort in die Debatte einsteigen, ohne Umwege …Lisa Jopt: Die Verständigungswege sind kürzer, weil Frauen auf einen ähnlichen Fundus an Erfahrungen zurückgreifen können.

Aber Männer betrifft die Debatte doch auch. Sie verzeichnet kontinuierliche Zuwächse, wie auf einer Tafel in dem kleinen Ort im Schatten des Oderdeichs zu entnehmen ist. Es wurde berühmt, weil man hier Austritt statt Eintritt zahlt. Geschehenlasser hier kurz vor dem Deich. Passiert ist dieses Theater, weil Morgenstern und Rühmann gemeinsam ein Stück entwickelt hatten.

Die Worte stammten aus einem Roman. Und die Rechte waren nicht zu bekommen. Gespielt haben die beiden trotzdem. In der bangen Hoffnung, hier merke es doch keiner. Unbemerkt ist das Theater trotz seiner Randlage 80 Kilometer östlich von Berlin an der deutsch-polnischen Grenze schon lange nicht mehr.

Freunde holten ihre Freunde. In den sechziger und siebziger Jahren als Gegenentwurf zum Stadttheater gegründet, später partiell zu dessen Zwergenversion degeneriert, entwickelte sich die freie Szene in den letzten beiden Dekaden dank eigener Professionalisierungsschübe, eines immer differenzierteren Fördersystems und auch neuer Ausbildungsund Studiengänge zu einem Netzwerk aus Gruppen, Produktionshäusern und Festivalplattformen. Es wuchs zur zweiten Säule der Theaterlandschaft in Deutschland heran.

Perspektivisch deutet sich eine Hybridisierung der Theaterlandschaft an, die selbst immer stärker hybride Verbindungen mit der ersten Säule, den Stadt- und Staatstheatern, eingeht. Das Licht eines einzelnen Scheinwerfers streift durch den Raum. Eine Performerin tritt auf und wirft kleine Objekte auf die geblähte Folie. Auf ihr breiten sich Wellenmuster aus, von kleinsten Bewegungen bis hin zu tsunamiartigen Dimensionen. Eine Menschenmenge wogt an Absperrgittern auf und ab. Polizisten beobachten das Geschehen.

Plötzlich gibt ein Gitterfeld nach. Die Menge flutet auf den Rasen vor dem Berliner Reichstag. Erste Rasenstücke werden ausgestochen, Holzkreuze in den Boden gerammt. Die Aktion mit dem… mehr. Im deutschsprachigen Feuilleton wird das Kostümbild als Kunstform einvernehmlich totgeschwiegen. Eine befremdliche Tradition, die Konsequenzen hat.

Weder als Hymne noch als Verriss wird es diskutiert. Ist das Kostümbild im Theater so belanglos? Ich lese Kritiken über Inszenierungen, in denen hochgeschätzte Kolleginnen die Kostüme entworfen haben. Sie tauchen in den Besprechungen nicht auf. Für den Schauspieler ist das Kostüm die zweite Haut.

Es hat einen wesentlichen Anteil daran, ob und wie es dem Schauspieler gelingt, sich in eine Figur zu finden. Das Kostüm kann seine gesamte Körperlichkeit extrem forcieren und beeinträchtigen. Es kann ihn die Geschlechter wechseln lassen und die Jahrhunderte. Der Schauspieler kann zum Tier werden oder zum Pausenbrot. Dabei sind bereits Details ausschlaggebend. Ein Schuhwerk etwa beeinflusst Gang und Haltung.

Indem ich die Figur das Kostüm im Verlauf der Inszenierung nicht ein einziges Mal wechseln lasse, wird sie aus der Ebene des Traumes nie ganz entlassen. Hinzu kommt allein ein Helm. So verliebt sich der Prinz, so geht er in die Schlacht und so sitzt er auch im Verlies… mehr. Google-Masterstory, Castingshow und Spielanordnung. Denn sie sind zuweilen harmlos, beliebig. Doch wie soll man überhaupt für das Theater schreiben, wenn der Gegenstand unbekannt ist?

Jahrhundert wie eine schwere Bürde trägt. Ich solle in der folgenden Passage nichts verlautbaren, was sie als Veganerin, Frau mit kreolischer Herkunft, Transgenderpersönlichkeit, als Muslim, als kirchlichen Würdenträger und Russen, als Menschen mit Behinderung und ohne, als Heterosexuellen wie Homosexuellen, als Kind mit besonderer Begabung, als altersbedingt herausgeforderten Menschen beleidigen könnte.

Dies ist ein Buch über Raum. Über Räume, die Mark Lammert auf Bühnen entwickelt. Das Kompositum Bühnenraum lässt die Schwierigkeiten verschwinden, die sich in dieser Zusammensetzung verbergen. Es geht um Bühnen, auf denen Sprachen im weitesten Sinne ihren Raum finden und räumlich bewegt werden. Es geht um Räume, die diesen Bewegungen in jeder Beziehung Raum geben. Räume, die sich aus ihrem Missverständnis einer passiven Gelegenheit lösen, um den Raum selbst und seine Bewegung ins Spiel zu bringen.

Der Raum erweitert sich, er zieht sich zusammen. Er bildet Ausschnitte, er ändert sein Volumen. Sie kleidet den Raum nicht aus, sie determiniert ihn nicht. Sie erscheint im wortwörtlichen Sinn. Ihre Materialität trägt und verwandelt das Ereignis der Farbe, die sich mit dem Haptischen der bewegten Räume verschwistert und es ausmacht. Niemals verhält sie sich monochrom.

Die Bühne ist kein Gegenstand. Sie lässt sich ebenso wenig einrichten, wie räumliche Behandlungen der Bühne möglich sind, die unabhängig von ihr wie von einer fremden Sache handeln, ohne dass diese Sache selbst dabei im Spiel wäre.

Herr Ostermeier, woher kommen Sie gerade? Aus Venedig, dort haben wir mit Ibsens Volksfeind gastiert. Und wohin gehen die nächsten Reisen? Nach Zagreb, mit Tod in Venedig. Mit dem gleichen Stück gastieren wir in New York, eine Woche lang. Dazwischen liegt noch Rom, Hedda Gabler. Fast hätte ich vergessen: Petersburg steht auch auf dem Plan.

In jeder Saison ist die Schaubühne mit mehr als hundert Gastspielen unterwegs. Ich glaube, anderen ergeht es ganz genauso. Gibt es überhaupt ein anderes deutsches Theater, das sich auch nur annähernd ein solches Auslandspensum aufgebürdet hat?

Da fallen mir nur Tanz-Compagnien ein: Pina Bausch, William Forsythe. Bettina Meyer wehrt sich, spricht ungern darüber, vermeidet Interviews, in denen sie ihre Arbeit erklären soll. Es ist nicht wahr, dass alles in Worten gedacht wird, gerade die inneren Vorstellungsbilder decken sich nicht mit der Sprache. Ideen, die sich in ihrem Kopf einstellen, formuliert sie mit den Händen aus.

Empfindungen, Fragestellungen, die ein Text oder Stoff aufwirft, Aufgaben, die der Aufführungsort ihr stellt, lassen sie — so sagt sie selbst von sich — zu einem 3-D-Drucker werden. Von Beginn an arbeitet sie ins Modell. Es ist ein eigener künstlerischer und handwerklicher Prozess, der sich da in Gang setzt. Unbewusstes spielt hinein, das motorische Gedächtnis formt und zeichnet, spielt mit Materialien, so lange, bis sich langsam ein Verstehen einstellt.

Darum ist die Arbeit am Modell für diese Bühnenbildnerin fundamental. Digitale Hilfsmittel für die Entwürfe lehnt sie ab. Die Umsetzung ihrer Kopfbilder erfolgt in erster Linie haptisch. Selbst die Spielerinnen und Spieler eines Stücks gehen durch ihre Hände. Keine Figürchen aus dem handelsüblichen Modellbaukasten dienen zur Überprüfung der Wechselwirkung zwischen Figur und Raum, sondern typengenaue Ganzkörperporträts der Besetzung, die sie aus Styropor schnitzt.

Sie will an einem geschützten Ort die Welt auseinandernehmen und erneut… mehr. Dieses widmet sich in verschiedenen Formaten der Vernetzung zwischen österreichischen und internationalen Autoren, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber auf Deutsch schreiben. Nun kämpft das renommierte Autorentheaterprojekt ums Überleben. Leider nein, zumindest nicht genau. Wir hatten im Herbst mit der zuständigen Jury ein ausführliches Hearing, in dem wir unser Vierjahreskonzept vorgestellt haben, haben aber danach bis zum heutigen Tag nichts mehr von ihnen gehört.

Die Nachricht, dass wir keine Konzeptförderung erhalten, hat uns sehr unerwartet getroffen. Hat dieser Aufruf etwas in Ihrem Sinn bewirkt? Erstens hat uns die prominente und breite Unterstützung sehr gefreut, weil sie zeigt, dass unsere Arbeit von vielen Menschen im deutschsprachigen Theaterraum und darüber hinaus geschätzt wird.

Zweitens hat uns dieser Brief die Tür zu weiteren Gesprächen mit der Stadt… mehr. Für das diesjährige Jubiläum des Figurentheaterfestivals hat sie eine betont politische Ausgabe kuratiert. Der Feminismus beschäftigt sie schon seit vielen Jahren. Genau genommen seit dem Moment, als sie ihr Frausein als Problem wahrnehmen musste: Sie wollte als Regisseurin arbeiten, hatte aber keine Chance.

In einer Zeit, in der Ruth Berghaus deutschlandweit die einzige Opernregisseurin war. Berghaus und Kirsten Harms, die dann später Opernintendantin wurde, bezeichnet Annette Dabs als ihre damaligen Vorbilder. Kein Intendant hat mich damals für voll genommen. Bert Neumann, Sie haben immer wieder gesagt, dass Sie sich als bildender Künstler verstehen, weil Sie ohne künstlerische Freiheit nicht arbeiten können. Wie kommt es, dass Sie dann doch am Theater gelandet sind? Tatsächlich habe ich mein erstes Engagement am Stadttheater, das war direkt nach dem Studium, vorzeitig beendet.

Ich fühlte mich da fehl am Platz, unfrei, und habe mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Es hat dann einige Jahre gedauert, bis das Angebot mit der Berliner Volksbühne kam. Da konnten wir selbst die Regeln bestimmen, das war ein völlig anderes Gefühl als an anderen Theatern.

Das war ein einmaliger Freiraum, verbunden mit Produktionsbedingungen, die mir der Kunstmarkt nicht hätte bieten können. Wie war es damals, als Frank Castorf Sie an die Berliner Volksbühne geholt hat und Sie zusammen den Theaterbegriff erweitert und so etwas wie eine ästhetische Wende eingeführt haben?

Der Vorgang, dass wir da ein Theater bekommen haben, ohne uns darum beworben zu haben, ohne Lobby und dickes Telefonbuch, so was wäre heute nicht mehr denkbar.

Das hatte mit der politischen Situation zu tun, auch mit der Sekunde Unordnung, wenn ein System zusammenbricht. Und mit einer Kulturpolitik, die sich noch auf Risiken einlassen wollte. Es gab da einen Moment der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten in der ganzen Stadt, billige Mieten und damit Räume für Unabhängigkeit.

Die Beschwörung dieses Gefühls ist heute nur noch als Bestandteil von Standortmarketing existent. Eine kleine, introvertierte Gemeinschaft mit seltsamen Ritualen in einem dystopischen Setting zwischen Bildschirmflimmern und Steinhaufen und ein illustres Team aus schrillen Einzelgänger-Typen inmitten eines kargen Trümmerfelds nach der Implosion des heilsversprechenden Schlaraffenlandes: Zwei künstlerische Handschriften, zwei unterschiedliche Konzepte, zwei komplett verschiedene Inszenierungen — aber ein seltsam ähnliches inhaltliches Grundsetting: Nach einem jeweils nicht weiter thematisierten apokalyptischen Zwischenfall treffen die Zuschauer auf eine Gemeinschaft von jungen Überlebenden, die sich auf unterschiedliche Weise als solche organisieren — in einer verdichteten Situation absoluter Gegenwärtigkeit, zwischen gescheiterter Vergangenheit und den Gefahren der Zukunft.

War die russische Avantgarde in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Massenspektakeln und Reenactments noch ernsthaft auf der Suche nach einer adäquaten Form, wurde später die Revue als geeignet für dieses Anliegen befunden — frei von Widersprüchen, volksnah und doch staatstragend.

Doch Lenin kann kein historischer Bezugspunkt sein — ebenso wenig wie Gorbatschow. Von Umsturz und Revolution will man nichts hören. So wird es in Russland kein offizielles Gedenken geben, wenn sich der Sturm auf den Winterpalast in der Nacht vom 6.

November zum hundertsten Mal jährt — weder im Theater noch sonst wo. Maria Aljochina, bekannt geworden durch ihre Verhaftung infolge des Auftritts in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale , jener 41 Sekunden, die Russland erschütterten, steht im Mittelpunkt des Abends. Sie erzählt, singt und schreit zusammen mit einer Frau, die sie im Gefängnis kennengelernt hat, sowie zwei Musikern.

Gemeinsam erfinden sie eine… mehr. Das Theater Thikwa ist ein Theater des ungezähmten Spiels. Wo sich andernorts Handwerk, Technik, Theorie, mitunter gar Routinen in den Vordergrund drängen, trifft man hier auf ein Spiel, das anderen Regeln folgt.

Wenn es überhaupt Regeln kennt oder folgt. Das Ensemble des Theater Thikwa besteht aus lauter Charaktertypen, aus einer Gruppe von Künstlern höchster Eigenheit, die sich in den seltensten Fällen in eine klar umrissene Rolle pressen lassen. Sie repräsentieren nichts und schon gar nicht jemanden. Noch nicht einmal — im Sinne einer eh missverständlichen Authentizität — sich selbst. Sie bringen ihre Geschichten, ihre Körper, ihre Eigenheiten als Material mit, das sie im freien Spiel auf der Bühne gestalten.

Natürlich gibt es dabei Verabredungen. Natürlich gibt es Regisseure, Choreografen, Musiker, die die einzelnen Arbeiten anleiten. Doch hat dies wenig mit Disziplinierung zu tun. Das wäre auch gar nicht möglich, denn jeder hat hier seinen eigenen Kopf.

Da findet eine Spielerin kein Ende und hört nicht auf zu monologisieren. Ein anderer tanzt aus der Reihe und sowieso zu seinem eigenen Beat. Und trotzdem oder gerade deshalb kommen sie miteinander ins Spiel. Eine Wohnung, ein ritueller Laserschwertkampf, das Ziel: Hinzu kamen in einzelnen Produktionen viele assoziierte, ansonsten aber frei in der internationalen Tanzszene fluktuierende Kollegen.

Die Gründer von pvc gaben sich vielmehr ein paar Aufträge, unter anderem: Vielleicht ist die mission nicht accomplished, vielleicht wirkt sie noch fort. Neben Bühnenproduktionen, die oft Schauspiel und Tanz zusammenführten, wurde von Anfang an viel mit kleinen Aktionen und Performances im Stadtraum experimentiert.

Es gab Bootlegs, Tanzraubkopien von bekannten Tanzstücken mit Laien, es wurden monatlich… mehr. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mich gefragt: Damals warst Du die Leiterin des kleinen, innovativen Stadttheaters in Izmit.

Ich möchte Dir sagen, was Du uns bedeutest. Du stehst für uns auf einem politischen Beobachtungsposten und bist Übersetzerin einer uns sehr vertrauten und gleichzeitig fremden Kultur.

Du warst schon damals irritiert über die Islamophobie in Europa. Eine weitere Freiburger Recherche fand zu dieser Zeit parallel statt: Du warst ständiger Gast in dieser Runde, hast unsere Verwirrung kommentiert und uns beraten. Zwei Grandes Dames der… mehr. Die mehrsprachige Stückentwicklung setzte sich mit der lokalen Historie einer jüdischen Altenburger Familie auseinander und öffnete dabei das Thema für einen internationalen Diskurs über Ausgrenzung und Vertreibung heute. Ausschlaggebend für diesen Brückenschlag war dabei die Zusammensetzung des Ensembles: So entstand eine einzigartige Diversität an nationalen, kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten der Darsteller, die gemeinsam an der jüdischen Familiengeschichte arbeiteten.

Darüber hinaus nahmen die Schauspieler die Historie zum Anlass, um über persönliche Erfahrungen von Diskriminierung, Ausgrenzung, Migration und Flucht zu sprechen. Zwölf ausverkaufte Vorstellungen wurden vom Die Kopfhörer sind ein Relikt des rumänischen Staatssicherheitsdienstes. Deshalb wurden Kopfhörer mit Simultanübersetzung eingeführt, damals noch verdrahtet. Heute dient der über Funk gesendete Text nicht mehr der Überwachung durch ungebetene Gäste, sondern erfüllt einen zivilen Nutzen: Das deutschsprachige Theater soll allen offenstehen.

Friedrich Kittler hätte seine Freude gehabt. Das residiert in einem stolzen Theaterbau, der sich mit einer ziemlich wuchtigen Betonfassade der Piata Victoriei, dem Siegesplatz, zuwendet.

Ein paar Hundert Leute sind zusammengekommen, um eine Woche vor der Stichwahl zur rumänischen Präsidentschaft für Klaus Iohannis, den Bürgermeister von Sibiu Hermannstadt , zu demonstrieren. Den tatsächlich knappen Sieg des deutschstämmigen Iohannis über den amtierenden Ministerpräsidenten Victor Ponta als… mehr.

Wo die Vertreter einer optimistischen Anthropologie im Jahrhundert die instinktive Mitleidsfähigkeit des Menschen hervorhoben, argumentieren ihre heutigen Nachfolger kognitions- oder neurowissenschaftlich und bevorzugen den Begriff der Empathie.

Nur selten wird freilich darauf hingewiesen, dass Menschen in der Regel über effiziente Mechanismen zur Vermeidung von Einfühlung verfügen und ihre Bereitschaft zur Einnahme oder Übernahme fremder Perspektiven im Alltag höchst begrenzt ist.

Weil dies so ist, gibt es in unserer Gesellschaft Institutionen und Spezialisten, zu deren Aufgaben es gehört, sich in Personen hineinzuversetzen, denen gegenüber von einer allgemeinen Bereitschaft zur Perspektivübernahme nicht ausgegangen werden kann. Wie können wir uns in Perspektiven hineinversetzen, die uns unangenehm sind?

Können wir uns in Personen und Figuren hineindenken, die wir ablehnen? Solche, die wir uns nicht vorstellen können und wollen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen. In-fam ist, was keine Fama hat, worüber nicht oder nicht gerne gesprochen wird. Und doch scheinen selbst derart infame Perspektiven bisweilen auch attraktiv oder gar faszinierend zu wirken.

Frau Tscholl, Herr Köhler, als Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich nach den Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau versuchte, mit empörten Bürgern zu reden, muffelte einer von diesen: Wozu braucht man zum Beispiel Schauspieler?

Ich lade Sie herzlich ein mitzuspielen, hätte ich geantwortet. Es ist ja nicht so, dass man sich selbst nie die Frage nach Sinn oder Unsinn von Theater stellen würde. Aber diese Krise, in der wir gesellschaftlich gerade stehen, bestärkt mich, dass unsere Arbeit extrem wichtig und sinnvoll ist. Ja, man braucht streng genommen keine Schauspieler. Eine Gesellschaft muss immer wieder neu entscheiden, ob und warum sie diese Bühnenorte haben will.

Persönlich finde ich solche Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung unersetzlich, gerade jetzt, gerade in Dresden. Ich finde den Begriff Anspruch etwas zweifelhaft, weil darin immer noch die schöne und hehre Kunst anklingt, das Noble, das Heilige.

Wir haben den Anspruch, dass wir präsent sind und uns mit der Realität auseinandersetzen. Pegida und Flüchtlinge ziehen uns die Maske weg, führen uns den… mehr. Es wird herumgerätselt, was Trump bringen wird. Dabei hat er schon über ein Jahr lang geliefert. Er hat durch seine Art des Wahlkampfs und den daraus resultierenden Wahlsieg gezeigt, dass nun eine Mehrheit der wählenden Amerikaner Verfügungsmasse geworden ist. Das war sie allerdings schon immer. Schon die sogenannten Väter der demokratischen Verfassung haben darauf geachtet, dass im niedergeschriebenen Recht die Anhäufung von Macht mit wirtschaftlichen Mitteln durch die Tatkräftigen von der weniger aktiven demokratischen Mehrheit nicht beeinträchtigt wird.

Das hat Trump durch seinen Gebrauch der Sprache erreicht. Seine ganz besondere aber erfolgreiche Art, den öffentlichen Diskurs zu führen, hat gezeigt, dass immer mehr Menschen in einer Sprache denken, mit der ihnen das eigene Denken abhandenkommt, also ausgetrieben wird. Orientierungslos geworden unter dem alltäglichen Beschuss durch die gewaltige Public-Relations- und… mehr. Das Interesse an dem Thema begleitet mich seit meiner Jugend. Das hat mich immer sehr interessiert. Dann wurde es vor einigen Monaten ernst, und wir begannen gemeinsam mit einem Spezialisten, dem Ensemble und den Dramaturgen mit den Recherchen, von der Vorgeschichte der Revolution über das Jahr bis zum Bürgerkrieg.

Wir merkten dann, dass wir für die Umsetzung einen begrenzten Ort mit einem beschränkten Figurenpersonal und einer bestimmten Atmosphäre brauchen würden. Schnell kamen wir darauf, das Stück in den letzten Monaten von Lenins Leben auf seiner Datscha anzusiedeln, Lenin halbseitig gelähmt, von der Parteiarbeit isoliert, von einigen Getreuen — oder solchen, die vorgeben es zu sein — umgeben.

Wir wollen das Verwelken, das Verglühen… mehr. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, die Geschichte auch nicht, nur der Einzelne wird gezwungen — oft mittels eines auf ihn gerichteten Gewehrs — stehen zu bleiben. Der Einzelne ist in der Geschichte immer der Dumme. Die Volksmassen demonstrieren unter Stalin-Bildern, rote Fahnen schwenkend, genauer: Geheimhaltung und Überwachung, Kampf und Spiel.

Eingetaucht in Geschichten und Stimmen eines globalen Geflechts aus Überwachungstechnologien und Spionagepraktiken, Sicherheitsfirmen und Geheimnisträgern, klandestinen Operationen und Konflikten, eröffnet sich eine Welt jenseits öffentlicher Sichtbarkeit, demokratischer Partizipation und, so erfährt man, zu guten Teilen jenseits parlamentarischer Aufsicht. Mit dieser Rahmung besteht ein Bezug zur Diagnose postdemokratischer Zustände, wie sie Colin Crouch vorgenommen hat: In den neunziger Jahren wurde das, was wir machen, vor allem als sozialtherapeutisches Projekt marginalisiert.

Theater und überhaupt Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung hat damals in Pfarrsälen und als Freizeitbeschäftigung stattgefunden. Wir haben als Pioniere den Schritt vollzogen zu sagen, hier findet Kunst statt, und zwar inklusive Kunst, auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab.

In unserer allerersten Produktion war zum Beispiel schon Adriana Altaras beteiligt. War der Impuls Ihrer Arbeit anfangs Opposition dagegen, nicht ernst genommen zu werden?

Ich habe mein erstes Stück für Thikwa inszeniert — und zwar von vornherein in der Absicht, einen guten Theaterabend auf die Beine zu stellen. Ich hatte nie einen inklusiven Gedanken oder einen Aktion-Mensch-Blick. Die Stunde der Wahrheit. Über der Steppe von Mülheim glimmt eine fahle Sonne. Zwei finstere Gestalten gehen im Zwielicht in Position. Der Ruf eines Muezzins, zum Gebet, zum Gebet!

Lange Gesichter, der Auftritt ist versaut. Hier — das könnte in Roberto Ciullis Inszenierung aber auch, ja, hier sein: Unter dem Schlagwort social turn wird in den Geisteswissenschaften seit einigen Jahren wieder vermehrt über das Gesellschaftliche und das Politische der Künste nachgedacht.

Zum einen gelingt ihnen mühelos der Brückenschlag zwischen bildender Kunst, Fotografie, Performancekunst und Theater, d.

Aufführungen eine Reflexion über ihre materiellen und institutionellen Voraussetzungen in Gang setzen. Bevorzugt besprochen werden von Jackson und Bishop solche Arbeiten, die ihre eigene Infrastruktur, Produktionsbedingungen und Finanzierungsformen zum Thema machen. Insofern klären mich im Moment ältere Damen in thüringischen Hotelaufzügen auf, während ich auf die Etagenanzeige stiere: Sie steht aufrecht auf ihrem Weg runter ins Restaurant und sieht mich dabei auch noch vielsagend an: Und ist es auch.

Selbst wir in diesem Hotelaufzug wissen, der IS wird gleich verkünden: Der Fahrstuhl fährt allerdings noch weiter, er ist sehr langsam, und so sind wir noch im Schrecken, in dieser fragenden Situation: Kurze Zeit darauf wird mein Blick von der thüringischen Hotelterrasse ins weite Land abgelenkt von den Gesprächsfetzen rund um mich.

Spontan möchte man aufs Land ziehen, wenn man nicht schon dort wäre und die vielen Ängstlichen sähe, die auf einen auch nicht gewartet haben. Spontan möchte man nicht mehr… mehr. Die Auswahl von Schauspielstudierenden findet normalerweise hinter verschlossenen Türen statt. Jedes Jahr reisen Hunderte von Bewerberinnen und Bewerbern zu den Aufnahmeprüfungen an den staatlichen Schauspielschulen, um in mehrtägigen Vorsprechen einen der begehrten Studienplätze zu ergattern.

Wenige dürfen bleiben, die anderen wissen oft nicht genau, warum es bei ihnen nicht geklappt hat. In immer neuen Runden berät die Kommission aus Schauspiel-, Sprech- und Bewegungslehrern, ob die Bewerber das mitbringen, was sie bei einem Bühnenschauspieler suchen: Sie fragen, wie er oder sie mit dem Text umgeht und ob die Person auf Situationen, neue Aufgaben, Impulse eines Gegenübers im Moment reagieren kann.

Es sind schwer bestimmbare Kategorien der Erlebens- und Reaktionsfähigkeit, nach denen hier gefahndet wird, und in der Auswahl werden durchaus auch die Vorlieben der Lehrenden sichtbar, aber ebenso die Lust und das Ringen darum, in vielen Runden die Ergebnisse immer wieder in anderen Konstellationen zu überprüfen, um am… mehr.

Ein rothaariges jähriges Mädchen betritt die Bühne, allein. Sich zu entschuldigen für etwas, das man bietet, ist ungewöhnlich, passt aber zu einer Situation, bei der vieles auf Improvisation beruht, wie jetzt der Start der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus, das als solches gar nicht zur Verfügung steht.

Das wirkliche Zentrum der Stadt ist bekanntlich die Königsallee. Authentizität, das gibt es nicht. Das lernt man in derSchauspielschule. Dort versammelten sich neun Angestellte des Unternehmens auf einem Gruppenfoto.

Durchgehend in ihren Zwanzigern, präsentierten sie sich dem Betrachter offenen Gesichts, dezent lächelnd, in charakteristischer Dienstkleidung: Die Anordnung der Gruppe vermittelte den Eindruck wechselseitiger Vertrautheit; drei Mitarbeiterinnen hatten, wie gute Freundinnen das tun, ihren Arm über die Schultern der anderen gelegt. Tatsächlich arbeiteten die neun in Niederlassungen quer durch Deutschland, eine war sogar in Wien beschäftigt.

Diese Zusatzinformation erschloss sich über Zahlen, die den Einzelnen zugeordnet waren und auf nummerierte, die Figuration einrahmende Textblöcke verwiesen. Eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen freien Gruppen und Theaterhäusern sollte überwunden werden.

Ziele der Reform waren Professionalisierung und Internationalisierung der freien Szene. Alle vier Jahre wurde zusätzlich eine unabhängige Jury berufen, die über vierjährige Konzeptförderungen für Gruppen, Festivals und Häuser zu entscheiden hatte. Zwischendurch kursierten Schlagworte wie Mindestgagen und geregelte Anstellungsverhältnisse. Heute macht Wien von sich reden, weil die hochsubventionierten Wiener Festwochen 10,5 Millionen Euro aus dem Kulturbudget der Stadt Wien sich unter neuer Leitung in ein Subkulturgewand kleideten, samt entsprechenden politischen Diskursen.

Doch die Rechnung ging nicht auf: Der Intendant stimmte als Zeichen seiner politischen Integrität kommentarlos der fristlosen Entlassung seiner neuen Kuratoren zu. Zwei Bauernopfer, um den Intendantenkopf nach heftiger Kritik kulturpolitisch zu retten.

Und wie ist die Situation der freien Szene heute? Das Gesamtvolumen der Projektförderung bewegt sich seit… mehr. Der ersten Eigeninszenierung zu Goethes A World Stage — auf Kohle geboren. Ein oberflächlicher Betrachter der Ausstattungskunst von Martin Rupprecht hält ihn aufgrund der Opulenz mancher seiner Bühnenarbeiten für einen barocken Typ des Szenographen, für einen, dessen Tiefe von einem schönen Schein begleitet ist, dessen Musiktheaterbilder und -kostüme einem nur kulinarischen Interesse seitens des Publikums eher entgegenkommen.

So weit, so falsch. Die Arbeit der Maskenbildnerin im Theaterteam hat Spuren hinterlassen: Man will gestylt, schön und stark sein. Und dazugehören, zur Gang. Doch erst einmal blühen ihm Aufnahmerituale, die tiefste Erniedrigung verlangen. Beim Wäscheaufhängen erscheinen ihm auf der Leinwand Bilder aus seiner Kindheit.

Es ist mit den Händen zu greifen, wie die Insassen der Justizvollzugsanstalt Zeithain bei Riesa in Sachsen ihre Erfahrungen und kriminellen Karrieren in diese Stückentwicklung einarbeiten. Eine rote Rose kommt immerhin vor. Man kennt die Delikte der Spieler nicht und kann auch die Verbrechen der Gang nur ahnen. Das wird ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, denn… mehr.

Beide Beiträge hinterlassen ein zwiespältiges Gefühl. Weil Oberender sehr vieles richtig beschreibt und Probleme zutreffend benennt, dabei aber gleichzeitig sehr ungenau und in mancher Hinsicht missverständlich bis fahrlässig formuliert. Um einige Beispiele zu nennen: Die Erprobung neuer Kooperationsmodelle und projekthafter Arbeitsformen in einen strategischen Zusammenhang mit neoliberalen Ideologien zu stellen oder sie daraus abzuleiten, rückt alle Versuche, an einem neuen, positiven Begriff von Stadttheater zu arbeiten, in ein schiefes Licht.

Solche Kunst wird sich im Gegenteil immer aus dem Widerspruch gegen neoliberale Tendenzen begründen. Der steht bei… mehr. Dieser Trigorin ist jung, smart und aalglatt. Das wurde von vielen, die sich da als einäugige Riesen der Moral verspottet sahen, als sehr unfein zurückgewiesen. Sowieso ist diese Inszenierung ganz heutig verspielt und beinahe boulevardesk, um, so ihr Grundton, die Traurigkeit des Einzelnen im fröhlichen Wohlstand aller immer wieder als nur oberflächlich abgedeckt zu zeigen.

Kostja, hier Konni genannt, kann auch mit seiner wilden Schlagzeugperformance mit Nina wenig dagegen ausrichten. Es ist letztlich auch ein Bild davon, wie sich die etablierte Mittelklasse in ihrer… mehr. Der Titel des Buches, das die grundlegende programmatische Schrift des griechischen Regisseurs Theodoros Terzopoulos einem deutschen Publikum vorstellt, verkündet die Rückkehr des Dionysos. Was ist damit gemeint? Kehrt der antike Gott des Theaters endlich wieder in seine angestammte Sphäre, das Theater, zurück und betritt damit zugleich unsere megamoderne, superdigitalisierte Welt?

Zielt diese Rückkehr auf die Wiederherstellung eines früheren Zustandes oder auf eine radikale Erneuerung? Im Laufe des Jahrhunderts sind wiederholt Theaterkünstler mit dem Anspruch aufgetreten, Theater ganz neu zu bestimmen und es von Grund auf zu verändern. Die Theaterreformer um die Wende vom Jahrhundert, die verschiedenen Avantgardebewegungen im ersten Drittel des Jahrhunderts, die Vertreter der sogenannten Neoavantgarde oder Postmoderne seit den er Jahren und seit den er Jahren die Verkünder ganz unterschiedlicher neuer Theater- und Performanceformen, sie alle eint das Ziel, ein neues Theater zu schaffen, das den spezifischen Bedingungen ihrer Zeit Rechnung zu tragen vermag.

In einigen Fällen sollte dieses Ziel dadurch erreicht werden, dass der Schauspieler ins Zentrum treten und eine neue Schauspielkunst entwickeln sollte. In keinem Fall jedoch wurde sich dabei so dezidiert auf Dionysos berufen, wie Terzopoulos es… mehr. Die Rückkehr des Dionysos. Was mich am meisten interessiert, sind Orte und Menschen, die Potenzial haben. Frankfurt ist zugleich meine Heimatstadt. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und hatte schon als Kind die Idee, der Stadt etwas zurückzugeben.

Das ist soziales Denken zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt. Gut, ich war kein Kind mehr, sondern Jugendlicher, junger Erwachsener. Ich habe im Jahr miterlebt, wie hier das Kleist-Theater geschlossen wurde. Ich war in der letzten Vorstellung. Ich habe Rotz und Wasser geheult und immer noch gehofft, dass sich der eiserne Vorhang hebt und die Schauspieler wieder rauskommen zum Applaus. Aber die kamen nicht. Ich habe das als einen Riss empfunden und gedacht: Hier muss wieder Theater her.

Kann man einer Stadt anmerken, dass ein Theater fehlt? Ja, man spürt das. Ein Theater kann Themen setzen, die für die Stadt wichtig sind. Ich habe das Gefühl, dass eine Stadt, die kein Theater hat, ihre Identität nicht komplett ausleben kann. Welche Themen setzt jetzt das Moderne Theater Oderland? Wir haben viele Themen. Das Problem der Arbeitslosigkeit ist sehr wichtig. Wir haben auch viele Flüchtlinge hier. Darin geht es um Sehnsüchte und Träume, und auch der Frankfurter… mehr.

Als Auftrag der Ruhrtriennale uraufgeführt, entwirft die Schriftstellerin die Welt einer Gesundheitsdiktatur, die auf Logik und Vernunft basiert und in der die Menschen frei sind von Schmerz und Leid.

Jegliche Rauschmittel sind verboten, dafür ist körperliche Fitness Pflicht, und Partnerschaft ist nur mit immunologisch kompatiblen Individuen erlaubt. Das Rauchen einer Zigarette wird so zum Akt des Widerstandes. Die systemtreue Hauptfigur Mia kommt durch den Freitod ihres zu Unrecht wegen Mordes verurteilten Bruders ins Zweifeln, versäumt in ihrer Trauer obligatorische Fitnessübungen und raucht zudem eine Gedenkzigarette.

Wie schon Han Solo erfahren musste, ein barbarischer Akt der Bestrafung, der vorgibt human zu sein, da in späteren Jahrzehnten eine Begnadigung unter anderen politischen Bedingungen in Aussicht gestellt wird. Nun haben Dystopien im Theater keine richtige Tradition. Aus dem Nachteil einen Vorzug machen — das war das Motto von Gisela Höhne, promovierte Theaterwissenschaftlerin, die es mit ihrem damaligen Partner Klaus Erforth bis ans Deutsche Theater Berlin gebracht hatte, als sie ein Kind mit Trisomie 21 bekam, auch bekannt als Downsyndrom.

Das katapultierte sie mit einem Schlag heraus aus der sogenannten Normalität. Konnte sie nun noch anderes sein wollen als die Mutter eines behinderten Kindes? Ihr Sohn Moritz wurde das erste Ensemblemitglied. Ramba-Zamba ist immer Avantgarde. Keine Therapie oder Sozialarbeit, sondern der lebendige Beweis dafür, dass behinderte Menschen allein durch ihre Kunstausübung zu beeindrucken vermögen.

Ein Spiel nicht nur mit Worten, auch mit Buchstaben, die ja — gesprochen — zuerst einmal Geräusche sind. Es sind allesamt lustvolle… mehr. Falk Richters neue Theaterstücke, die in diesem Band versammelt sind, waren für mich ein Grund, warum ich in den vergangenen Jahren ins Theater gegangen bin.

Vielen anderen Zuschauern ging das genauso. Denn diese Stücke finden eine genuine Antwort auf die Frage, warum es sich immer noch lohnt, ins Theater zu gehen.

Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, in der die politische Mitte in Deutschland so sehr wegzubrechen drohte. Der Aufschwung rechtsnationaler Bewegungen ist natürlich ein internationales Phänomen, das in vielerlei Hinsicht als eine populistische Gegenreaktion auf die Globalisierung verstanden werden kann.

In Deutschland jedoch trafen uns diese Entwicklungen aufgrund unserer historischen Erfahrungen und ihrer scheinbaren Aufarbeitung überraschend. Ungläubig müssen wir dabei zusehen, wie völkische Ideologien medial wieder in den Mittelpunkt gerückt werden, wie Menschen in Talkshows sitzen und offen gegen Ausländer, Schwule und Lesben hetzen, ungläubig müssen wir von Anschlägen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsheime lesen. Die Gruppierungen und Köpfe dieses Rechtsrucks umgeben sich dabei noch mit dem zynischen Opfer-Nimbus mutiger, vom Mainstream unterdrückter… mehr.

Feierlich wirken die Rotund Orangetöne der afrikanischen Kleider und das eher klassische Schwarz der europäischen. Die Wand mit den Glasfenstern zwischen ihnen lässt an den Besuchsraum eines Gefängnisses denken.

Mehr Figuren aus dem Jahre alten Drama brauchen das Theater Osnabrück und das Teatro Avenida aus dem südostafrikanischen Mosambik nicht, um zu prüfen, wie es um Tragik und Missbrauch von Medea stünde, wäre sie eine Frau im Europa beziehungsweise im Afrika von heute.

Zehn Tage voller Gefühlsturbulenzen und schmerzhafter Selbsterkenntnisprozesse auf den Bühnen sind vorbei. Zehn Tage, in denen der Zuschauer allerlei Figuren begegnete, die mit sich oder mit ihrer Zeit hadern und gegen eigene Lebenslügen ankämpfen. Auch das Eröffnungsstück stand ganz im Zeichen der Reflexion bitterer Wahrheiten. Das Drama um eine erfolgreiche Anwältin Sophie Melbinger , welche unversehens mit der tragischen Vergangenheit ihrer Mutter, einem Folteropfer der iranischen Despotie, konfrontiert wird, bleibt durch ambitionslose Regie Isabel Osthues sowie ein einfallsloses Bühnenbild Jeremias… mehr.

Seit Erving Goffman behauptete, dass wir alle Theater spielen, ist das Rollenspiel für Soziologen eine brauchbare Metapher für die Beschreibung sozialer Interaktion.

In der März-Ausgabe von Theater der Zeit nahm sich Dirk Baecker der Thesen Goffmans an und kam zu der überraschenden Erkenntnis, dass wir nicht mehr Theater spielen, sondern Vertrauensspiele und dass die Funktion des Theaterspielens darin besteht, uns in eine paradoxe Rolle einzuüben: Wenn wir alle Theater spielen, was macht dann eigentlich der Schauspieler?

Er spielt zur Schau, könnte eine launige Antwort sein. Und vielleicht steckt in dieser Laune auch schon ein erster Hinweis auf die Kraft, die in der sinnlichen Darstellung sozialer Bedeutungen liegt.

Doch gerade diese Verbindung von Spielen und Zeigen scheint in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten zu sein. Als Reaktion darauf hat sich das Schauspielen seit den er Jahren in zwei unterschiedliche… mehr. Schon weniger wissen, dass sich in der Tasche seines Sakkos Pornohefte befanden.

Offensichtlich ging es ihm damals finanziell so schlecht, dass er mit dem Verkauf der Heftchen versuchte, ein kleines Zubrot zu verdienen. Ouen — und mit der Überführung der Gebeine nach Wien beauftragt. Da die Österreichische Botschaft zu diesem Zeitpunkt von allerlei… mehr. Wie ist folgender Satz zu deuten? Die hier versammelten Texte handeln von der vielleicht einfachsten und grundlegendsten Operation in Drama und Theater.

Als theatralische Handlung erscheint das Auftreten zunächst einmal als selbstverständlich und unscheinbar. Es gehört so offenkundig dazu, dass man es als ein eigenes organisierendes Prinzip gar nicht mehr wahrnimmt. Gerade deshalb aber ist es so schwer zu fassen — und von den Theater-, Literatur- und Kulturwissenschaften weitgehend vernachlässigt worden.

Es bedarf einer Grenze, die überschritten werden muss, um diesen Eintritt als solchen zu markieren. Der Auftritt ist also, zumindest seit der Erfindung der Guckkastenbühne im Jahrhundert, verbunden mit einer spezifischen Bildlichkeit, die in der Theatertheorie der Zeit unter dem Begriff des Tableaus behandelt wird. Dieser Beitrag versucht nun umgekehrt zu beschreiben, in welcher Weise der Auftritt für Bilder verwendet und was dabei gewonnen werden kann.

Denn zunächst scheint es ja wenig Sinn zu machen, eine Darstellungstechnik, die an einen bewegten Körper gebunden ist, auch auf unbewegte Bilder zu beziehen.

Aus dem Auftritt, verstanden als ein Darstellungsmodell, lassen sich drei auch für Bilder relevante Aspekte gewinnen. Zum einen lassen sich die narratologischen Möglichkeiten und Grenzen von Bildern präziser bestimmen.

Zum anderen bietet dieses Modell einen erhellenden bildwissenschaftlichen Zugang zum… mehr. Für jene ungewisse Lücke nämlich, die mitten dort besteht, wo ein Mensch irgendetwas über sich zu wissen meint. Für jene uneindeutige Erfahrung also, die dort entsteht, wo einem Menschen etwas widerfährt. Mensah-Offei kann das auch, kann Körperaktion und Textintonation widerspruchsvoll in Zweifel ziehen. Also die Antwort, aber auf was eigentlich?

Auch auf eine vielleicht gar nicht gestellte Frage? Eher die Suche nach einer inneren Logik, die gleichzeitig immer auch Unlogik, also Widerspruch und Zweifel sein kann. Oder wenn sie… mehr. Das sollte positiv sein, sofern wir es gut verwalten. In einem Krankenhaus haben sechs Roboter überlebt und vollführen seit vielen Jahren ihre geschäftigen Routinen. Sie röntgen und operieren, dosieren Medikamente und beziehen Betten, erzählen sich gegenseitig Witze in den Raucherpausen oder beschweren sich bei der Oberschwester — einer stilisierten Leinwandprojektion, Mutter Betriebssystem — über die Arbeitsbedingungen.

Die verschiedenen Maschinenmodelle rollen, piepsen, blinken und hantieren mit Schläuchen oder Greifarmen auf der Bühne. Jeweils ein Bildschirm mit zu Emoticons stilisierten Gesichtern und eine Menschenstimme vom Band gibt ihnen die nötige Portion Persönlichkeit.

Doch plötzlich ertönt ein Alarm: Ein Patient muss her, ein… mehr. In Bamberg, der Stadt des Hörnchens, nimmt man sich also des Croissants und dessen Interpretation weltlicher Verbiegungen an.

Dass man bei diesem Vorhaben keinem Drei-Stunden-Gewitter aus drögen Politphrasen ausgesetzt wird, grenzt nur scheinbar an ein Wunder, ist aber vielmehr eine meisterliche Leistung von Regie und Dramaturgie.

Zu Beginn des Stücks erklärt sich das dreistöckige Bühnenbild wie von selbst, denn in jeweiliger Etage agieren die Vertreter des zugehörigen Standes. Pyramidenhaft, sich nach oben verschmälernd, wird angedeutet, dass wenige über viele regieren, die Macht superexponentiell umgekehrt proportional zur Personenstärke der Herrschergruppe steht.

Dass dieser balkonartige Aufbau nicht von ungefähr an ein Puppenspiel erinnert, beweist sich, als Adel und Klerus als halbmenschliche Puppen-Chimären auftreten. Ihr vollends kretinöses Dasein zeigt sich nicht nur durch die intrigante und egomanische Weise, am leidenden Volk vorbeizuregieren, sondern auch durch… mehr. Mit bewundernswerter Präsenz stand er in einem Waggon der Linie U1 und nahm von den Umstehenden keinerlei Notiz, diese von ihm dafür umso mehr. Denn, klar, Utopien — wer hat die heute schon noch?

Einige sehen darin nur Wäscheleinen. Andere denken, das sei Kunst. Noch immer gibt er den Ton vor. Trotzdem bleibt er immer gut für Pointen mit Fernwirkung. Gekündigt wurde er nun insgesamt bereits drei Mal, doch ein Gerichtsurteil erklärte diese Vorgänge bislang für ungültig. Da die Stadtoberen das Urteil empörend fanden und es so klang, als ob sie auch gleich noch den betreffenden Richter kündigen wollten, dürfte klar sein, wie die Revision ausgeht.

Es wird teuer werden für die Stadt. Gut für Latchinian, schlecht fürs Volkstheater, das aus seinem ohnehin nicht üppigen Haushalt bereits Rücklagen bildet, um eine Abfindung überhaupt zahlen zu können.

Wie macht man Theater in einem solchen Scherbenhaufen? Bis eben war Programm, dass die Schauspielsparte zugunsten des Musiktheaters geschlossen werden soll. Allerdings hört er manchmal schwer und lässt sich die Dinge von den Kommunalpolitikern gern so lange erklären, bis diese selbst merken, was sie da verzapft haben.

Das nennt man gelassene Menschenkenntnis, und mit der sind Intendant Joachim Kümmritz und sein… mehr. Der vorliegende Sammelband ist das Ergebnis einer Tagung, die im Januar im Rahmen des Forschungsprojekts Prozesse der Internationalisierung im Theater der Gegenwart an der Universität Luxemburg durchgeführt wurde.

Welche semantischen Dimensionen mit dem Begriff Europa aufgerufen und wie geographisch und ideell seine Grenzen legitimiert werden, bildet seit der Antike den Gegenstand unausgesetzter Verhandlungen und Auseinandersetzungen. Deren Aktualität ist bis heute ungebrochen: Das Titelsujet greift die Relevanz von bewussten wie unbewussten Brüchen und Demarkationslinien für Konzeptionen von Europa auf: Es handelt sich um eine Detailaufnahme der Rauminstallation Shibboleth der kolumbianischen Künstlerin Doris… mehr.

Vorstellung Europa — Performing Europe. Haben Sie durch diese Gegebenheit von vornherein beim Schreiben an eine bestimmte Bühne gedacht oder den Text an ein bestimmtes Publikum adressiert? An eine Bühne habe ich nicht gedacht, aber an ein britisches, ein europäisches Publikum.

Ich habe das Stück nicht geschrieben, um es zum Beispiel in Kairo zu zeigen, es hat einen spezifischen Ansprechpartner. Bei meinen Inszenierungen habe ich dagegen meistens zuerst ein ägyptisches Publikum im Auge.

Am Residenztheater wurde Ihr Theaterstück in einer szenischen Lesung vorgestellt. Was halten Sie von diesem Format? Welches Potenzial oder welche Grenzen hat es? Das Stück ist in dem Wissen geschrieben, dass es als szenische Lesung präsentiert wird. Dessen war ich mir schon während des Schreibens bewusst und ich habe es mir nicht mit viel Bewegung vorgestellt. Grenzen gibt es in Bezug auf die Erarbeitungszeit, von der abhängt, inwieweit Rhythmus oder Emotionen sich entwickeln können.

Wie ist das für Sie, ein Stück in andere Hände zu geben, ohne genau weiterzuverfolgen, was damit geschieht? Das kam noch nicht so oft vor, aber diese Art der Beziehung, also eigene Werke in andere Hände zu legen, habe ich eher zum Schreiben als zur Regie. Die aus Anlass des Wurde bereits beim 7. Hermann-Henselmann-Kolloquiums nun ganz auf seine Berliner Zeit — gerichtet.

Trotz aller institutionellen Veränderungen war… mehr. Der Architekt, die Macht und die Baukunst. Nachhaltige Dinge beginnen ja oft aus einem einfachen Impuls heraus. Dass man ein gutes Händchen beim Schenken hatte, wurde noch vor der Eröffnung klar, als alle Vorstellungen ausverkauft waren. Das Festival wurde, dank Beteiligung des Freistaats, mit ausgesuchten Gastspielen aus Bayern ergänzt und feierte dieses Jahr schon die zehnte Ausgabe.

Inzwischen braucht das Festivalteam sehr viel mehr Geschenkpapier, ist das Panoptikum doch stetig gewachsen. Waren es anfangs noch 15 Inszenierungen aus sieben Ländern an fünf Spielorten, steigerte man sich auf 23 Inszenierungen aus neun Ländern an zehn Spielorten. Als Regisseur hat er die Ruhrfestspiele mit viel beachteten Inszenierungen bereichert. Die hohe Auslastung der Ruhrfestspiele war sein Werk.

Künstlerisch war es mutig, vielfältig, qualitätsvoll, innovativ und es war erfolgreich. Auch wirtschaftlich stand das Theaterfestival unter seiner Leitung gut da. In turbulenten Zeiten hat Hoffmann den Ruhrfestspielen klare künstlerische Identität gegeben und ein Publikum, das sich zurückgezogen hatte, wiedergewonnen.

Er hat Leichtigkeit dort verbreitet, wo es Probleme gab. Sie waren für ihn kein Hindernis, sondern Aufgabe. Dabei ist Hoffmann, das… mehr.

Das Schöne an La Ribot ist, dass sie keine Tabus kennt — deshalb ist ihre Kunst so subversiv und hintergründig wie kaum eine andere in der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene Europas. Sie probiert ihre Themen stets am eigenen Körper aus, den sie nackt oder bekleidet, entfesselt oder unterwürfig in den Ring schickt, um Position zu beziehen im Krieg der Geschlechter und Bekenntnisse. Diese Positionen sind nachdrücklich radikal, doch ohne Verbissenheit, oft humorvoll, aber nie bequem.

Tatsächlich hat sie Strömungen wie Konzepttanz oder Live Art miterfunden, ohne sich dessen recht bewusst zu sein. Dabei, das muss hier gesagt werden, sind ihre konzeptionellen Ansätze so viel intelligenter, engagierter, witziger und schlichtweg besser als das Gros der unter diesen Markenzeichen segelnden Performances. Während Live Art sich gern in Scheibchen anbietet — und es sind meist… mehr. Ich freue mich über die Gelegenheit, im Zusammenhang eines für uns in Europa freilich sehr beschämenden Themas, Flucht und Flüchtlinge, prädramatisches und postdramatisches Theater vergleichend zu thematisieren.

Theaterszene und Flucht ist ein gutes Terrain für diesen Vergleich. Flucht als Thema widerspricht von Anfang an jener sachlichen Geschlossenheit, die das Drama seinem Prinzip nach verlangt. Die Vorbedingungen, Voraussetzungen, Umstände des Konflikts spielen idealtypisch keine wesentliche Rolle für das dramatische Geschehen.

Das ist aber beim Thema Flucht gerade der Fall: Setzt Flucht doch ein Geschehen in der Vergangenheit voraus, von dem die Fluchtsituation selbst gleichsam nur der sichtbare Ausläufer ist. Man kann zahlreiche Filme nach dem Freudschen Muster des Verfolgungstraums interpretieren, denken Sie nur an die Nacht des Jägers,… mehr.

Henningway nannten ihn Freunde, er strahlte viel Lebensfreude und Verlässlichkeit aus, weltliche Genüsse waren ihm sichtlich nicht fremd. Nicht nur das machte ihn sympathisch, er hatte auch Grundsätze. Er glaubte an die gesellschaftliche Relevanz des Theaters, dessen Inhalte ihm stets wichtiger waren als seine Form. Und er meinte, dass die Theaterwissenschaft das lebendige Gedächtnis des Theaters sein müsse.

März in Hannover geboren, wollte man ihm noch kurz vor Kriegsende eine Waffe in die Hand drücken, damit er mit der Geisterarmee Wenck dem Führer den Endsieg rettete; bevor es dazu kam, traf ihn ein Granatsplitter, der zum Verlust des linken Armes führte. Nach dem Studium der Geschichte und der Germanistik führte ihn sein Weg erst an die Volkshochschule, dann an die Volksbühne in Hannover; die Bekanntschaft mit dem Verleger Erhart Friedrich führte zur Gründung der Zeitschrift Theater heute, das Zentralorgan des bundesdeutschen Theaters; Rischbieter war Herausgeber bis Da hatte er schon für… mehr.

Es war im Sommer Viele Jahre sind seitdem vergangen. Ich hatte Kalifornien verlassen und war in den Libanon zurückgekehrt, ohne zu wissen, für wie lang. Eines der faszinierendsten Ereignisse dieses Sommers war das international renommierte Baalbeck Festival, zu dem auch ich als Gast eingeladen war.

Nach unserer Veranstaltung gab es, wie immer, eine kleine Party für Teilnehmer und Freunde. Ein hochgewachsener, junger Amerikaner betrat den Flur. Er fiel mir sofort auf. Zehn Minuten später wurde er mir als der berühmte Theaterregisseur Robert Wilson vorgestellt. Es war geplant, so hörte ich, den amerikanischen Regisseur mit einer Koproduktion der Festivals von Baalbeck und Schiras zu beauftragen.

Einer der Fahrer des Festivals würde uns entlang der Küste in die ganz besonders schöne kleine Stadt Byblos begleiten. Byblos ist bekannt für seine Ruinen aus der Zeit der Phönizier. Es war ein… mehr. Dies auch den staatlichen Organen im Lande mitteilend, führte das in der Folge zu einem entspannteren Verhältnis mit den mit der Kulturpolitik zunehmend wenig zufriedenen Kulturschaffenden.

Die erste fand in Schwerin statt, es folgten Potsdam und Gera. Da Theaterverband wie auch FDJ unterhalb ihrer politischen Spitzen eine Reihe von intelligenten und kritisch denkenden Mitarbeitern hatten, wurden auch kritische Künstler eingeladen, fanden die Veranstaltungen in einer bemerkenswert offenen Atmosphäre statt, in Gera — es waren gewitterschwühle Junitage — rumorte es schon ziemlich.

In Diskussionsrunden mit der prominent besetzten Beratergruppe — der u. Das werde ich aus verschiedenen Gründen nicht kommentieren. Ich werde den Teufel tun, das zu kommentieren. Am spannendsten ging es in dieser Saison am Maxim Gorki Theater zu: Verstehen ist dabei im unmittelbarsten Sinne aufzufassen als das, was sich zuerst dem Auge mitteilt.

Die Romantiker wussten, das Auge kann die Sonne nur sehen, weil es selbst sonnenhaft ist. Es sind philosophische Fingerzeige auf das, was derartige Lichtspiele idealerweise sein können: Licht ist eine unser Bild von Realität verändernde Kraft, denn es vermag auszustrahlen, die Dunkelheit zu durchdringen und an ihre Stelle ein sich erst nach und nach zu erkennen gebendes Ordnungsprinzip zu setzen. Immerhin, dieser Zeuge ist allgegenwärtig und unbestechlich dazu. Und das schon lange vor der Erfindung der Elektrizität bei Rembrandt, auf dessen Bildern sich das Licht immer erst mühsam gegen eine feindliche Übermacht des Dunkels ins Freie kämpfen muss.

Dieser Roman ist wie unterwegs geschrieben. Seine Phantasie ist eine, die so nahe an unseren Möglichkeiten liegt, dass es fast unheimlich ist: Im Jahr wird aus den 53 Städten des Ruhrgebiets eine einzige: Die ehemaligen Städte werden zu Stadtteilen einer Megacity. Dabei arbeitet jede der ehemals klammen Kommunen ihre eigene Corporate Identity heraus: Wie stark sind "The Expendables"?

Die 50 besten Filme Die denkwürdigsten und skurrilsten Filmbestattungen. Im wirklichen Leben sind ihr Ehemann Vincent Cassel und wahrscheinlich jeder andere gesunde Mann hörig. Eine Leinwandschönheit wie sie im Buche steht: Wer ist Jennifer Lopez? Wachablösung im Quartier Latin. Während die eine ihre x-te Hochzeit feiert und nur noch Parfüm zu verkaufen scheint, wackelt Eva mit ihrem formvollendeten Hintern von einem Hitfilm zum nächsten.

Jessica Alba zeigte sich gleich zweimal zeimlich hüllenlos: Kurz darauf, im März , landete sie auf der Titelseite des Playboys. Warum zum Teufel gibt es den für die beste Bikini-Rolle noch nicht?

Unterschreiben Sie unseren Protestbrief! Das ehemalige Bad Girl Hollywoods hat sich längst ihrer Mutterrolle verschrieben. Doch wer sie in wirklich erotischer Action sehen will, muss "Plötzlich Gigolo" schauen: Dort rekelt sich die Kolumbianerin neben Sharon Stone.

Zusammen bezirzen sie John Turturro, den Glücklichen Den nicht operierten Busen unter der feuchten Bluse in die Höhe gereckt: Sie wurde oft kopiert, doch nie erreicht - von Pamela Anderson vielleicht. Wer es schafft, Tom Hanks um den Finger zu wickeln, darf auf einer Liste der verführerischsten Filmstars nicht fehlen.

...

Bdsm bondage porno filme liste

Jetzt stehen sie vor Gericht — und wollen sich über unmenschliche Haftbedingungen beschweren. Ab Mai müssen sie sich wegen ihres Ausbruchs vor Gericht verantworten. Heckhoffs Rechtsanwalt steht ebenfalls ein Prozess bevor. Sie sägten Gitterstäbe auf der Toilette durch und entkamen über die Regenrinne: In Nordrhein-Westfalen sind erneut zwei Häftlinge aus einem Gefängnis geflohen.

Ihre Kleidung soll in Münster gefunden worden sein, doch von den Männern fehlt bislang jede Spur. Mit einer Gaspistole wollten sie sich den Weg freipressen. Gekauft haben sie sie bei einem Justizvollzugsbeamten — samt Munition. Sie nahm ihn jedoch nicht fest.

Das Gefängnis von Aachen steht erneut im Fokus der Öffentlichkeit: Der Beamte soll von der Frau eines Inhaftierten Geld bekommen haben. Bei ihrer Suche nach den entflohenen Schwerverbrechern aus Aachen bekam die Polizei unverhoffte Hilfe — von zwei Mädchen aus dem Ruhrgebiet. Sie versorgten die Fahnder mit nützlichen Tipps. Über seinen Anwalt teilte der Häftling laut einem Zeitungsbericht mit: Das Taxi, mit dem sie vom Gefängnis aus flohen, hat den Ermittlern zufolge nicht zufällig dort gehalten.

Die Schwerverbrecher hatten mehr als einen Fluchthelfer. Ermittler feiern die Festnahme der Ausbrecher Heckhoff und Michalski nach fünf Tagen, doch aufgearbeitet ist der Fall längst nicht.

Jetzt sind erstmals Details seines Ausbruchs mit dem noch immer gesuchten Schwerverbrecher Peter Paul Michalski an die Öffentlichkeit gelangt. Die Schilderungen sind fast schon filmreif. Fahndungserfolg im Fall der ausgebrochenen Schwerverbrecher: Der Jährige wurde in Schermbeck im Kreis Wesel festgenommen. Sein Komplize offenbarte inzwischen Details des gemeinsamen Ausbruchs. Im hochtechnisierten Alltag fand sich der flüchtige Schwerverbrecher nicht zurecht: Über ein Handy, das er bei sich hatte, wurde Peter Paul Michalski von der Polizei geortet — und gefasst.

In einem Hochhaus in Mülheim wurde seine Tasche mit Wechselkleidung entdeckt. Die Polizei rechnet nun mit einer baldigen Festnahme des bewaffneten Gewalttäters. Der Jährige, der seit Jahren nicht mehr in Freiheit war, muss sich in einer veränderten Welt zurechtfinden — ein Stress, der ihn noch unberechenbarer macht. Die Polizei fahndet bundesweit nach den flüchtigen Schwerverbrechern Michael Heckhoff und Peter Michalski und hat zusätzlich Grenzalarm ausgelöst.

Offenbar gibt es keinerlei Hinweise, wo sich die beiden Ausbrecher aufhalten. Die Ermittler scheinen verzweifelt — obwohl inzwischen das Fluchtauto auftauchte. Aachener Gewaltverbrecher auf der Flucht: Tagelang hatten die Ausbrecher von Aachen die Fahnder in Atem gehalten, jetzt hat die Flucht für einen der hochgefährlichen Gewalttäter ein Ende. Nun fordert die Polizei den noch flüchtigen Peter Michalski dazu auf, sich zu stellen.

Hubschrauber, Wärmebildkameras, aber bislang kein Erfolg: Ein Justizbeamter soll ihnen geholfen haben — er wird dem Haftrichter vorgeführt. Flucht aus Aachener Gefängnis: Ausgerechnet aus diesem Musterknast brachen zwei brutale Schwerstkriminelle aus. Die Männer sind auf der Flucht. Jetzt wurde ein Bediensteter der Haftanstalt festgenommen. Sie sind auf der Flucht — und hochgefährlich: Bei den Kollegen mischen sich Wut, Entsetzen — und Angst.

Bei wichtigen Hinweisen zu strafrechtlichen Ermittlungen. Der Kläger schrieb an eine private Mailing-Liste, die nur einen begrenzten Empfängerkreis hatte, eine Nachricht. Die Veröffentlichung sei gerechtfertigt, da die Parteien seit Jahren einen erbitterten und öffentlichen Meinungskampf zu dem in der E-Mail genannten Thema führten. Vorliegend überwiege das Informationsinteresse der Bevölkerung an einem so wichtigem Thema wie der Gesundheit die privaten Belangen des Klägers.

Danach verletzten Zitate aus E-Mails nicht per se das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des Zitierten, sondern es bedarf vielmehr der Bewertung der konkreten Umstände des Einzelfalls. Dies belege unter anderem der aufgeklärte, sechsfache Mord von Duisburg. In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung und nicht die Sippenhaft. Seit verzeichnet sie trotz einer gestiegenen Anzeigebereitschaft einen Rückgang der registrierten Straftaten um 5,1 Prozent.

Die Aufklärungsquote wurde kontinuierlich von ihrem Tiefststand von 46,6 Prozent im Jahr auf jetzt stabile fast 50 Prozent gesteigert. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um 21 Prozent gesunken und so auf dem niedrigsten Niveau seit 25 Jahren. Nach mehreren Telefonaten mit Thomas Körner gingen verschiedene. Die XY -Bande war eine kriminelle Vereinigung, die in den er Jahren bis … in Brandenburg organisierten Drogenhandel und illegales Glücksspiel betrieb. Ein sozial engagierter Unternehmer und Kommunalpolitiker.

Neuruppin jahrelang im Griff einer kriminellen … In den letzten Jahren hatte eine straff und hierarchisch organisierte … Spinne im Netz soll der 36jährige ehemalige Elektroinstallateur Olaf Kamrath gewesen sein. Die XY -Bande war eine kriminelle Vereinigung, die in den er Jahren bis in und um Neuruppin in Brandenburg organisierten Drogenhandel und illegales Glücksspiel betrieb.

Beweise, die Herr Thomas Körner selbst eingereicht hat:. Wir wünschen keine weiteren Videos. Jede Aktion gegen Sie mache ich nicht gerne. Das ist die Arbeit, wofür Sie wahrlich Lorbeeren und Respekt verdient haben. Das hätte ich Ihnen gar nicht überlassen dürfen. Wenn Sie sich dafür interessieren, empfehle ich Ihnen, den österreichischen Aussteiger Wilfried Handl zu kontaktieren www.

Wenn gegen Herrn Koch überhaupt jemals ermittelt werden sollte, woher wollen Sie das denn wissen? Es wird immer sehr viel erzählt, aber entscheidend und was definitiv für uns spricht ist die Tatsache, dass wir stets ein lupenreines und tadelloses erweitertes Führungszeugnis vorweisen können.

Wir sind Leute mit gutem Leumund, gegen die nichts vorliegt. Ermitteln tun Behörden gerne und viel, aber schuldig ist jemand erst, wenn die Schuld zweifelsfrei festgestellt wurde. In dieser Republik arbeitet die Justiz nach dem In-dubio-pro-reo-Grundsatz. Und zehnfacher Mord ist eine schwere Anschuldigung. Wer hat solche Vorwürfe gegen Herrn Koch erhoben?

Wenn Sie möchten, kann ich den Datenträger morgen abholen. Ich würde Ihnen sechzehn Uhr vorschlagen. Er ist noch sehr jung und hat eine kleine Autopolitur eröffnet. Wenn Sie einen Einblick in die innere Arbeit einer Scientology-Organisation haben möchten, insbesondere das Rechtsverständnis und ales, was damit zusammenhängt, dann empfehle ich primär die Einführung in die Ethik der Scientology.

Haben Sie mal mit Herrn Handl gesprochen? Als ich aus der Organisation ausschied, hatte ich auch zweimal Kontakt mit ihm. Sie wissen ja nicht einmal, worüber ich mit Ihnen sprechen will.

So zurückhaltend und scheu kennt man Sie gar nicht. Obwohl Kowskis Nathan eben in der Sonntagnachmittagsvorstellung anfangs daherkam, als könnte ihn nichts erschüttern. Sein Haus ist abgebrannt, na und, baut er es eben schnell wieder auf. Recha, seine Ziehtochter, ist auf wundersame Weise gerettet worden, ein Glück, aber haltet euch nicht auf mit Sentimentalitäten.

Dieser Nathan, im Anzug eines Geschäftsmannes, wirkt wie jemand, der immer einen vollen Terminkalender hat. Und legt ihm Lessing nicht die Worte in den Mund: Die Ringparabel, mit der er die gefährliche Frage nach der einzig wahren Religion abwehrt, ist kein pathetischer Aufruf zur Toleranz, sondern die erfahrungsweise Selbstrettung von einem, der sich — als Jude immer beargwöhnt und am Rande stehend — schon oft mittels Klugheit selbst retten musste.

Dieser Nathan ist ein Ideologiekritiker. In the period since the Wall Street crash, the refurbished rationale for austerity measures is that the imposition of strict fiscal discipline and government spending cuts is the only way to restore budgetary integrity — thereby securing the confidence of the investor class, appeasing the jittery markets and paving the way to growth.

The critical test case that is Europe, of course, shows no signs of working. Introduction Since , the global financial and economic crisis — which began, in , as a result of the mortgage crisis of — has transformed into a sovereign debt crisis Altvater, ; Blyth, ; Whitfield, In December , more than 80 urban scholars, politicians and social movement activists from ten different countries came together at the… mehr.

Mudar Alhaggi, wie geht es dem Theater in Syrien? In der Hauptstadt Damaskus gibt es zwei Welten von Theater. Es ist langweiliges Theater. Und dann gibt es Künstler, die die Revolution unterstützen. Sie können nicht offen agieren, weil Damaskus noch immer vom Regime kontrolliert wird. Ganz anders ist die Situation in den Städten und Dörfern fern von Damaskus.

Dort gibt es gänzlich neue Theaterformen, eine neue Generation von Theatermachern. Das Theater ist direkt aus der Revolution entstanden. Die Leute wollten am Ende der Demonstrationen noch ein Forum, auf dem sie sich austauschen können.

So sind erste Theateraufführungen entstanden. In manchen dieser Aufführungen werden auch schon die neuen lokalen Regierungen kritisiert.

Es ist ein Theater der neuen Staatsbürgerschaft. Also schon die Keimzelle für ein neues Syrien? Ja, das kann es bedeuten. Hier in Europa wird der Krieg in Syrien ja meist als Bürgerkrieg dargestellt. Natürlich gibt es Elemente davon. Aber eigentlich findet eine Revolution statt. Am Anfang war nur ein politischer Machtwechsel angestrebt.

Inzwischen aber geht es um eine ganz neue Gesellschaft, um Gedankenfreiheit, um die Freiheit zur Wahl eines eigenen Lebenswegs. Meine Auffassung davon, dass es sich um eine Revolution… mehr.

Lisa Jopt, Nicola Bramkamp, Ihr veranstaltet am Männer sind nicht zugelassen. Wir wollen sofort in die Debatte einsteigen, ohne Umwege …Lisa Jopt: Die Verständigungswege sind kürzer, weil Frauen auf einen ähnlichen Fundus an Erfahrungen zurückgreifen können.

Aber Männer betrifft die Debatte doch auch. Sie verzeichnet kontinuierliche Zuwächse, wie auf einer Tafel in dem kleinen Ort im Schatten des Oderdeichs zu entnehmen ist. Es wurde berühmt, weil man hier Austritt statt Eintritt zahlt. Geschehenlasser hier kurz vor dem Deich. Passiert ist dieses Theater, weil Morgenstern und Rühmann gemeinsam ein Stück entwickelt hatten. Die Worte stammten aus einem Roman.

Und die Rechte waren nicht zu bekommen. Gespielt haben die beiden trotzdem. In der bangen Hoffnung, hier merke es doch keiner. Unbemerkt ist das Theater trotz seiner Randlage 80 Kilometer östlich von Berlin an der deutsch-polnischen Grenze schon lange nicht mehr. Freunde holten ihre Freunde. In den sechziger und siebziger Jahren als Gegenentwurf zum Stadttheater gegründet, später partiell zu dessen Zwergenversion degeneriert, entwickelte sich die freie Szene in den letzten beiden Dekaden dank eigener Professionalisierungsschübe, eines immer differenzierteren Fördersystems und auch neuer Ausbildungsund Studiengänge zu einem Netzwerk aus Gruppen, Produktionshäusern und Festivalplattformen.

Es wuchs zur zweiten Säule der Theaterlandschaft in Deutschland heran. Perspektivisch deutet sich eine Hybridisierung der Theaterlandschaft an, die selbst immer stärker hybride Verbindungen mit der ersten Säule, den Stadt- und Staatstheatern, eingeht.

Das Licht eines einzelnen Scheinwerfers streift durch den Raum. Eine Performerin tritt auf und wirft kleine Objekte auf die geblähte Folie. Auf ihr breiten sich Wellenmuster aus, von kleinsten Bewegungen bis hin zu tsunamiartigen Dimensionen. Eine Menschenmenge wogt an Absperrgittern auf und ab. Polizisten beobachten das Geschehen.

Plötzlich gibt ein Gitterfeld nach. Die Menge flutet auf den Rasen vor dem Berliner Reichstag. Erste Rasenstücke werden ausgestochen, Holzkreuze in den Boden gerammt.

Die Aktion mit dem… mehr. Im deutschsprachigen Feuilleton wird das Kostümbild als Kunstform einvernehmlich totgeschwiegen. Eine befremdliche Tradition, die Konsequenzen hat. Weder als Hymne noch als Verriss wird es diskutiert. Ist das Kostümbild im Theater so belanglos? Ich lese Kritiken über Inszenierungen, in denen hochgeschätzte Kolleginnen die Kostüme entworfen haben.

Sie tauchen in den Besprechungen nicht auf. Für den Schauspieler ist das Kostüm die zweite Haut. Es hat einen wesentlichen Anteil daran, ob und wie es dem Schauspieler gelingt, sich in eine Figur zu finden.

Das Kostüm kann seine gesamte Körperlichkeit extrem forcieren und beeinträchtigen. Es kann ihn die Geschlechter wechseln lassen und die Jahrhunderte.

Der Schauspieler kann zum Tier werden oder zum Pausenbrot. Dabei sind bereits Details ausschlaggebend. Ein Schuhwerk etwa beeinflusst Gang und Haltung. Indem ich die Figur das Kostüm im Verlauf der Inszenierung nicht ein einziges Mal wechseln lasse, wird sie aus der Ebene des Traumes nie ganz entlassen.

Hinzu kommt allein ein Helm. So verliebt sich der Prinz, so geht er in die Schlacht und so sitzt er auch im Verlies… mehr. Google-Masterstory, Castingshow und Spielanordnung. Denn sie sind zuweilen harmlos, beliebig. Doch wie soll man überhaupt für das Theater schreiben, wenn der Gegenstand unbekannt ist?

Jahrhundert wie eine schwere Bürde trägt. Ich solle in der folgenden Passage nichts verlautbaren, was sie als Veganerin, Frau mit kreolischer Herkunft, Transgenderpersönlichkeit, als Muslim, als kirchlichen Würdenträger und Russen, als Menschen mit Behinderung und ohne, als Heterosexuellen wie Homosexuellen, als Kind mit besonderer Begabung, als altersbedingt herausgeforderten Menschen beleidigen könnte.

Dies ist ein Buch über Raum. Über Räume, die Mark Lammert auf Bühnen entwickelt. Das Kompositum Bühnenraum lässt die Schwierigkeiten verschwinden, die sich in dieser Zusammensetzung verbergen.

Es geht um Bühnen, auf denen Sprachen im weitesten Sinne ihren Raum finden und räumlich bewegt werden. Es geht um Räume, die diesen Bewegungen in jeder Beziehung Raum geben. Räume, die sich aus ihrem Missverständnis einer passiven Gelegenheit lösen, um den Raum selbst und seine Bewegung ins Spiel zu bringen.

Der Raum erweitert sich, er zieht sich zusammen. Er bildet Ausschnitte, er ändert sein Volumen. Sie kleidet den Raum nicht aus, sie determiniert ihn nicht. Sie erscheint im wortwörtlichen Sinn. Ihre Materialität trägt und verwandelt das Ereignis der Farbe, die sich mit dem Haptischen der bewegten Räume verschwistert und es ausmacht.

Niemals verhält sie sich monochrom. Die Bühne ist kein Gegenstand. Sie lässt sich ebenso wenig einrichten, wie räumliche Behandlungen der Bühne möglich sind, die unabhängig von ihr wie von einer fremden Sache handeln, ohne dass diese Sache selbst dabei im Spiel wäre. Herr Ostermeier, woher kommen Sie gerade?

Aus Venedig, dort haben wir mit Ibsens Volksfeind gastiert. Und wohin gehen die nächsten Reisen? Nach Zagreb, mit Tod in Venedig. Mit dem gleichen Stück gastieren wir in New York, eine Woche lang. Dazwischen liegt noch Rom, Hedda Gabler. Fast hätte ich vergessen: Petersburg steht auch auf dem Plan. In jeder Saison ist die Schaubühne mit mehr als hundert Gastspielen unterwegs. Ich glaube, anderen ergeht es ganz genauso. Gibt es überhaupt ein anderes deutsches Theater, das sich auch nur annähernd ein solches Auslandspensum aufgebürdet hat?

Da fallen mir nur Tanz-Compagnien ein: Pina Bausch, William Forsythe. Bettina Meyer wehrt sich, spricht ungern darüber, vermeidet Interviews, in denen sie ihre Arbeit erklären soll. Es ist nicht wahr, dass alles in Worten gedacht wird, gerade die inneren Vorstellungsbilder decken sich nicht mit der Sprache. Ideen, die sich in ihrem Kopf einstellen, formuliert sie mit den Händen aus. Empfindungen, Fragestellungen, die ein Text oder Stoff aufwirft, Aufgaben, die der Aufführungsort ihr stellt, lassen sie — so sagt sie selbst von sich — zu einem 3-D-Drucker werden.

Von Beginn an arbeitet sie ins Modell. Es ist ein eigener künstlerischer und handwerklicher Prozess, der sich da in Gang setzt. Unbewusstes spielt hinein, das motorische Gedächtnis formt und zeichnet, spielt mit Materialien, so lange, bis sich langsam ein Verstehen einstellt.

Darum ist die Arbeit am Modell für diese Bühnenbildnerin fundamental. Digitale Hilfsmittel für die Entwürfe lehnt sie ab. Die Umsetzung ihrer Kopfbilder erfolgt in erster Linie haptisch.

Selbst die Spielerinnen und Spieler eines Stücks gehen durch ihre Hände. Keine Figürchen aus dem handelsüblichen Modellbaukasten dienen zur Überprüfung der Wechselwirkung zwischen Figur und Raum, sondern typengenaue Ganzkörperporträts der Besetzung, die sie aus Styropor schnitzt. Sie will an einem geschützten Ort die Welt auseinandernehmen und erneut… mehr. Dieses widmet sich in verschiedenen Formaten der Vernetzung zwischen österreichischen und internationalen Autoren, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber auf Deutsch schreiben.

Nun kämpft das renommierte Autorentheaterprojekt ums Überleben. Leider nein, zumindest nicht genau. Wir hatten im Herbst mit der zuständigen Jury ein ausführliches Hearing, in dem wir unser Vierjahreskonzept vorgestellt haben, haben aber danach bis zum heutigen Tag nichts mehr von ihnen gehört.

Die Nachricht, dass wir keine Konzeptförderung erhalten, hat uns sehr unerwartet getroffen. Hat dieser Aufruf etwas in Ihrem Sinn bewirkt? Erstens hat uns die prominente und breite Unterstützung sehr gefreut, weil sie zeigt, dass unsere Arbeit von vielen Menschen im deutschsprachigen Theaterraum und darüber hinaus geschätzt wird. Zweitens hat uns dieser Brief die Tür zu weiteren Gesprächen mit der Stadt… mehr. Für das diesjährige Jubiläum des Figurentheaterfestivals hat sie eine betont politische Ausgabe kuratiert.

Der Feminismus beschäftigt sie schon seit vielen Jahren. Genau genommen seit dem Moment, als sie ihr Frausein als Problem wahrnehmen musste: Sie wollte als Regisseurin arbeiten, hatte aber keine Chance. In einer Zeit, in der Ruth Berghaus deutschlandweit die einzige Opernregisseurin war. Berghaus und Kirsten Harms, die dann später Opernintendantin wurde, bezeichnet Annette Dabs als ihre damaligen Vorbilder.

Kein Intendant hat mich damals für voll genommen. Bert Neumann, Sie haben immer wieder gesagt, dass Sie sich als bildender Künstler verstehen, weil Sie ohne künstlerische Freiheit nicht arbeiten können. Wie kommt es, dass Sie dann doch am Theater gelandet sind? Tatsächlich habe ich mein erstes Engagement am Stadttheater, das war direkt nach dem Studium, vorzeitig beendet.

Ich fühlte mich da fehl am Platz, unfrei, und habe mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Es hat dann einige Jahre gedauert, bis das Angebot mit der Berliner Volksbühne kam. Da konnten wir selbst die Regeln bestimmen, das war ein völlig anderes Gefühl als an anderen Theatern.

Das war ein einmaliger Freiraum, verbunden mit Produktionsbedingungen, die mir der Kunstmarkt nicht hätte bieten können. Wie war es damals, als Frank Castorf Sie an die Berliner Volksbühne geholt hat und Sie zusammen den Theaterbegriff erweitert und so etwas wie eine ästhetische Wende eingeführt haben?

Der Vorgang, dass wir da ein Theater bekommen haben, ohne uns darum beworben zu haben, ohne Lobby und dickes Telefonbuch, so was wäre heute nicht mehr denkbar. Das hatte mit der politischen Situation zu tun, auch mit der Sekunde Unordnung, wenn ein System zusammenbricht. Und mit einer Kulturpolitik, die sich noch auf Risiken einlassen wollte. Es gab da einen Moment der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten in der ganzen Stadt, billige Mieten und damit Räume für Unabhängigkeit.

Die Beschwörung dieses Gefühls ist heute nur noch als Bestandteil von Standortmarketing existent. Eine kleine, introvertierte Gemeinschaft mit seltsamen Ritualen in einem dystopischen Setting zwischen Bildschirmflimmern und Steinhaufen und ein illustres Team aus schrillen Einzelgänger-Typen inmitten eines kargen Trümmerfelds nach der Implosion des heilsversprechenden Schlaraffenlandes: Zwei künstlerische Handschriften, zwei unterschiedliche Konzepte, zwei komplett verschiedene Inszenierungen — aber ein seltsam ähnliches inhaltliches Grundsetting: Nach einem jeweils nicht weiter thematisierten apokalyptischen Zwischenfall treffen die Zuschauer auf eine Gemeinschaft von jungen Überlebenden, die sich auf unterschiedliche Weise als solche organisieren — in einer verdichteten Situation absoluter Gegenwärtigkeit, zwischen gescheiterter Vergangenheit und den Gefahren der Zukunft.

War die russische Avantgarde in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Massenspektakeln und Reenactments noch ernsthaft auf der Suche nach einer adäquaten Form, wurde später die Revue als geeignet für dieses Anliegen befunden — frei von Widersprüchen, volksnah und doch staatstragend.

Doch Lenin kann kein historischer Bezugspunkt sein — ebenso wenig wie Gorbatschow. Von Umsturz und Revolution will man nichts hören. So wird es in Russland kein offizielles Gedenken geben, wenn sich der Sturm auf den Winterpalast in der Nacht vom 6.

November zum hundertsten Mal jährt — weder im Theater noch sonst wo. Maria Aljochina, bekannt geworden durch ihre Verhaftung infolge des Auftritts in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale , jener 41 Sekunden, die Russland erschütterten, steht im Mittelpunkt des Abends. Sie erzählt, singt und schreit zusammen mit einer Frau, die sie im Gefängnis kennengelernt hat, sowie zwei Musikern. Gemeinsam erfinden sie eine… mehr.

Das Theater Thikwa ist ein Theater des ungezähmten Spiels. Wo sich andernorts Handwerk, Technik, Theorie, mitunter gar Routinen in den Vordergrund drängen, trifft man hier auf ein Spiel, das anderen Regeln folgt. Wenn es überhaupt Regeln kennt oder folgt. Das Ensemble des Theater Thikwa besteht aus lauter Charaktertypen, aus einer Gruppe von Künstlern höchster Eigenheit, die sich in den seltensten Fällen in eine klar umrissene Rolle pressen lassen.

Sie repräsentieren nichts und schon gar nicht jemanden. Noch nicht einmal — im Sinne einer eh missverständlichen Authentizität — sich selbst. Sie bringen ihre Geschichten, ihre Körper, ihre Eigenheiten als Material mit, das sie im freien Spiel auf der Bühne gestalten. Natürlich gibt es dabei Verabredungen.

Natürlich gibt es Regisseure, Choreografen, Musiker, die die einzelnen Arbeiten anleiten. Doch hat dies wenig mit Disziplinierung zu tun. Das wäre auch gar nicht möglich, denn jeder hat hier seinen eigenen Kopf. Da findet eine Spielerin kein Ende und hört nicht auf zu monologisieren. Ein anderer tanzt aus der Reihe und sowieso zu seinem eigenen Beat.

Und trotzdem oder gerade deshalb kommen sie miteinander ins Spiel. Eine Wohnung, ein ritueller Laserschwertkampf, das Ziel: Hinzu kamen in einzelnen Produktionen viele assoziierte, ansonsten aber frei in der internationalen Tanzszene fluktuierende Kollegen.

Die Gründer von pvc gaben sich vielmehr ein paar Aufträge, unter anderem: Vielleicht ist die mission nicht accomplished, vielleicht wirkt sie noch fort. Neben Bühnenproduktionen, die oft Schauspiel und Tanz zusammenführten, wurde von Anfang an viel mit kleinen Aktionen und Performances im Stadtraum experimentiert.

Es gab Bootlegs, Tanzraubkopien von bekannten Tanzstücken mit Laien, es wurden monatlich… mehr. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mich gefragt: Damals warst Du die Leiterin des kleinen, innovativen Stadttheaters in Izmit. Ich möchte Dir sagen, was Du uns bedeutest.

Du stehst für uns auf einem politischen Beobachtungsposten und bist Übersetzerin einer uns sehr vertrauten und gleichzeitig fremden Kultur. Du warst schon damals irritiert über die Islamophobie in Europa. Eine weitere Freiburger Recherche fand zu dieser Zeit parallel statt: Du warst ständiger Gast in dieser Runde, hast unsere Verwirrung kommentiert und uns beraten.

Zwei Grandes Dames der… mehr. Die mehrsprachige Stückentwicklung setzte sich mit der lokalen Historie einer jüdischen Altenburger Familie auseinander und öffnete dabei das Thema für einen internationalen Diskurs über Ausgrenzung und Vertreibung heute. Ausschlaggebend für diesen Brückenschlag war dabei die Zusammensetzung des Ensembles: So entstand eine einzigartige Diversität an nationalen, kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten der Darsteller, die gemeinsam an der jüdischen Familiengeschichte arbeiteten.

Darüber hinaus nahmen die Schauspieler die Historie zum Anlass, um über persönliche Erfahrungen von Diskriminierung, Ausgrenzung, Migration und Flucht zu sprechen. Zwölf ausverkaufte Vorstellungen wurden vom Die Kopfhörer sind ein Relikt des rumänischen Staatssicherheitsdienstes. Deshalb wurden Kopfhörer mit Simultanübersetzung eingeführt, damals noch verdrahtet. Heute dient der über Funk gesendete Text nicht mehr der Überwachung durch ungebetene Gäste, sondern erfüllt einen zivilen Nutzen: Das deutschsprachige Theater soll allen offenstehen.

Friedrich Kittler hätte seine Freude gehabt. Das residiert in einem stolzen Theaterbau, der sich mit einer ziemlich wuchtigen Betonfassade der Piata Victoriei, dem Siegesplatz, zuwendet. Ein paar Hundert Leute sind zusammengekommen, um eine Woche vor der Stichwahl zur rumänischen Präsidentschaft für Klaus Iohannis, den Bürgermeister von Sibiu Hermannstadt , zu demonstrieren.

Den tatsächlich knappen Sieg des deutschstämmigen Iohannis über den amtierenden Ministerpräsidenten Victor Ponta als… mehr. Wo die Vertreter einer optimistischen Anthropologie im Jahrhundert die instinktive Mitleidsfähigkeit des Menschen hervorhoben, argumentieren ihre heutigen Nachfolger kognitions- oder neurowissenschaftlich und bevorzugen den Begriff der Empathie. Nur selten wird freilich darauf hingewiesen, dass Menschen in der Regel über effiziente Mechanismen zur Vermeidung von Einfühlung verfügen und ihre Bereitschaft zur Einnahme oder Übernahme fremder Perspektiven im Alltag höchst begrenzt ist.

Weil dies so ist, gibt es in unserer Gesellschaft Institutionen und Spezialisten, zu deren Aufgaben es gehört, sich in Personen hineinzuversetzen, denen gegenüber von einer allgemeinen Bereitschaft zur Perspektivübernahme nicht ausgegangen werden kann.

Wie können wir uns in Perspektiven hineinversetzen, die uns unangenehm sind? Können wir uns in Personen und Figuren hineindenken, die wir ablehnen?

Solche, die wir uns nicht vorstellen können und wollen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen. In-fam ist, was keine Fama hat, worüber nicht oder nicht gerne gesprochen wird. Und doch scheinen selbst derart infame Perspektiven bisweilen auch attraktiv oder gar faszinierend zu wirken. Frau Tscholl, Herr Köhler, als Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich nach den Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau versuchte, mit empörten Bürgern zu reden, muffelte einer von diesen: Wozu braucht man zum Beispiel Schauspieler?

Ich lade Sie herzlich ein mitzuspielen, hätte ich geantwortet. Es ist ja nicht so, dass man sich selbst nie die Frage nach Sinn oder Unsinn von Theater stellen würde. Aber diese Krise, in der wir gesellschaftlich gerade stehen, bestärkt mich, dass unsere Arbeit extrem wichtig und sinnvoll ist.

Ja, man braucht streng genommen keine Schauspieler. Eine Gesellschaft muss immer wieder neu entscheiden, ob und warum sie diese Bühnenorte haben will. Persönlich finde ich solche Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung unersetzlich, gerade jetzt, gerade in Dresden. Ich finde den Begriff Anspruch etwas zweifelhaft, weil darin immer noch die schöne und hehre Kunst anklingt, das Noble, das Heilige.

Wir haben den Anspruch, dass wir präsent sind und uns mit der Realität auseinandersetzen. Pegida und Flüchtlinge ziehen uns die Maske weg, führen uns den… mehr.

Es wird herumgerätselt, was Trump bringen wird. Dabei hat er schon über ein Jahr lang geliefert. Er hat durch seine Art des Wahlkampfs und den daraus resultierenden Wahlsieg gezeigt, dass nun eine Mehrheit der wählenden Amerikaner Verfügungsmasse geworden ist.

Das war sie allerdings schon immer. Schon die sogenannten Väter der demokratischen Verfassung haben darauf geachtet, dass im niedergeschriebenen Recht die Anhäufung von Macht mit wirtschaftlichen Mitteln durch die Tatkräftigen von der weniger aktiven demokratischen Mehrheit nicht beeinträchtigt wird. Das hat Trump durch seinen Gebrauch der Sprache erreicht.

Seine ganz besondere aber erfolgreiche Art, den öffentlichen Diskurs zu führen, hat gezeigt, dass immer mehr Menschen in einer Sprache denken, mit der ihnen das eigene Denken abhandenkommt, also ausgetrieben wird.

Orientierungslos geworden unter dem alltäglichen Beschuss durch die gewaltige Public-Relations- und… mehr. Das Interesse an dem Thema begleitet mich seit meiner Jugend. Das hat mich immer sehr interessiert. Dann wurde es vor einigen Monaten ernst, und wir begannen gemeinsam mit einem Spezialisten, dem Ensemble und den Dramaturgen mit den Recherchen, von der Vorgeschichte der Revolution über das Jahr bis zum Bürgerkrieg.

Wir merkten dann, dass wir für die Umsetzung einen begrenzten Ort mit einem beschränkten Figurenpersonal und einer bestimmten Atmosphäre brauchen würden. Schnell kamen wir darauf, das Stück in den letzten Monaten von Lenins Leben auf seiner Datscha anzusiedeln, Lenin halbseitig gelähmt, von der Parteiarbeit isoliert, von einigen Getreuen — oder solchen, die vorgeben es zu sein — umgeben.

Wir wollen das Verwelken, das Verglühen… mehr. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, die Geschichte auch nicht, nur der Einzelne wird gezwungen — oft mittels eines auf ihn gerichteten Gewehrs — stehen zu bleiben. Der Einzelne ist in der Geschichte immer der Dumme.

Die Volksmassen demonstrieren unter Stalin-Bildern, rote Fahnen schwenkend, genauer: Geheimhaltung und Überwachung, Kampf und Spiel. Eingetaucht in Geschichten und Stimmen eines globalen Geflechts aus Überwachungstechnologien und Spionagepraktiken, Sicherheitsfirmen und Geheimnisträgern, klandestinen Operationen und Konflikten, eröffnet sich eine Welt jenseits öffentlicher Sichtbarkeit, demokratischer Partizipation und, so erfährt man, zu guten Teilen jenseits parlamentarischer Aufsicht.

Mit dieser Rahmung besteht ein Bezug zur Diagnose postdemokratischer Zustände, wie sie Colin Crouch vorgenommen hat: In den neunziger Jahren wurde das, was wir machen, vor allem als sozialtherapeutisches Projekt marginalisiert. Theater und überhaupt Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung hat damals in Pfarrsälen und als Freizeitbeschäftigung stattgefunden. Wir haben als Pioniere den Schritt vollzogen zu sagen, hier findet Kunst statt, und zwar inklusive Kunst, auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab.

In unserer allerersten Produktion war zum Beispiel schon Adriana Altaras beteiligt. War der Impuls Ihrer Arbeit anfangs Opposition dagegen, nicht ernst genommen zu werden? Ich habe mein erstes Stück für Thikwa inszeniert — und zwar von vornherein in der Absicht, einen guten Theaterabend auf die Beine zu stellen. Ich hatte nie einen inklusiven Gedanken oder einen Aktion-Mensch-Blick. Die Stunde der Wahrheit. Über der Steppe von Mülheim glimmt eine fahle Sonne.

Zwei finstere Gestalten gehen im Zwielicht in Position. Der Ruf eines Muezzins, zum Gebet, zum Gebet! Lange Gesichter, der Auftritt ist versaut. Hier — das könnte in Roberto Ciullis Inszenierung aber auch, ja, hier sein: Unter dem Schlagwort social turn wird in den Geisteswissenschaften seit einigen Jahren wieder vermehrt über das Gesellschaftliche und das Politische der Künste nachgedacht. Zum einen gelingt ihnen mühelos der Brückenschlag zwischen bildender Kunst, Fotografie, Performancekunst und Theater, d.

Aufführungen eine Reflexion über ihre materiellen und institutionellen Voraussetzungen in Gang setzen. Bevorzugt besprochen werden von Jackson und Bishop solche Arbeiten, die ihre eigene Infrastruktur, Produktionsbedingungen und Finanzierungsformen zum Thema machen.

Insofern klären mich im Moment ältere Damen in thüringischen Hotelaufzügen auf, während ich auf die Etagenanzeige stiere: Sie steht aufrecht auf ihrem Weg runter ins Restaurant und sieht mich dabei auch noch vielsagend an: Und ist es auch. Selbst wir in diesem Hotelaufzug wissen, der IS wird gleich verkünden: Der Fahrstuhl fährt allerdings noch weiter, er ist sehr langsam, und so sind wir noch im Schrecken, in dieser fragenden Situation: Kurze Zeit darauf wird mein Blick von der thüringischen Hotelterrasse ins weite Land abgelenkt von den Gesprächsfetzen rund um mich.

Spontan möchte man aufs Land ziehen, wenn man nicht schon dort wäre und die vielen Ängstlichen sähe, die auf einen auch nicht gewartet haben. Spontan möchte man nicht mehr… mehr. Die Auswahl von Schauspielstudierenden findet normalerweise hinter verschlossenen Türen statt. Jedes Jahr reisen Hunderte von Bewerberinnen und Bewerbern zu den Aufnahmeprüfungen an den staatlichen Schauspielschulen, um in mehrtägigen Vorsprechen einen der begehrten Studienplätze zu ergattern.

Wenige dürfen bleiben, die anderen wissen oft nicht genau, warum es bei ihnen nicht geklappt hat. In immer neuen Runden berät die Kommission aus Schauspiel-, Sprech- und Bewegungslehrern, ob die Bewerber das mitbringen, was sie bei einem Bühnenschauspieler suchen: Sie fragen, wie er oder sie mit dem Text umgeht und ob die Person auf Situationen, neue Aufgaben, Impulse eines Gegenübers im Moment reagieren kann.

Es sind schwer bestimmbare Kategorien der Erlebens- und Reaktionsfähigkeit, nach denen hier gefahndet wird, und in der Auswahl werden durchaus auch die Vorlieben der Lehrenden sichtbar, aber ebenso die Lust und das Ringen darum, in vielen Runden die Ergebnisse immer wieder in anderen Konstellationen zu überprüfen, um am… mehr. Ein rothaariges jähriges Mädchen betritt die Bühne, allein. Sich zu entschuldigen für etwas, das man bietet, ist ungewöhnlich, passt aber zu einer Situation, bei der vieles auf Improvisation beruht, wie jetzt der Start der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus, das als solches gar nicht zur Verfügung steht.

Das wirkliche Zentrum der Stadt ist bekanntlich die Königsallee. Authentizität, das gibt es nicht. Das lernt man in derSchauspielschule. Dort versammelten sich neun Angestellte des Unternehmens auf einem Gruppenfoto.

Durchgehend in ihren Zwanzigern, präsentierten sie sich dem Betrachter offenen Gesichts, dezent lächelnd, in charakteristischer Dienstkleidung: Die Anordnung der Gruppe vermittelte den Eindruck wechselseitiger Vertrautheit; drei Mitarbeiterinnen hatten, wie gute Freundinnen das tun, ihren Arm über die Schultern der anderen gelegt.

Tatsächlich arbeiteten die neun in Niederlassungen quer durch Deutschland, eine war sogar in Wien beschäftigt. Diese Zusatzinformation erschloss sich über Zahlen, die den Einzelnen zugeordnet waren und auf nummerierte, die Figuration einrahmende Textblöcke verwiesen. Eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen freien Gruppen und Theaterhäusern sollte überwunden werden.

Ziele der Reform waren Professionalisierung und Internationalisierung der freien Szene. Alle vier Jahre wurde zusätzlich eine unabhängige Jury berufen, die über vierjährige Konzeptförderungen für Gruppen, Festivals und Häuser zu entscheiden hatte. Zwischendurch kursierten Schlagworte wie Mindestgagen und geregelte Anstellungsverhältnisse.

Heute macht Wien von sich reden, weil die hochsubventionierten Wiener Festwochen 10,5 Millionen Euro aus dem Kulturbudget der Stadt Wien sich unter neuer Leitung in ein Subkulturgewand kleideten, samt entsprechenden politischen Diskursen. Doch die Rechnung ging nicht auf: Der Intendant stimmte als Zeichen seiner politischen Integrität kommentarlos der fristlosen Entlassung seiner neuen Kuratoren zu. Zwei Bauernopfer, um den Intendantenkopf nach heftiger Kritik kulturpolitisch zu retten.

Und wie ist die Situation der freien Szene heute? Das Gesamtvolumen der Projektförderung bewegt sich seit… mehr. Der ersten Eigeninszenierung zu Goethes A World Stage — auf Kohle geboren. Ein oberflächlicher Betrachter der Ausstattungskunst von Martin Rupprecht hält ihn aufgrund der Opulenz mancher seiner Bühnenarbeiten für einen barocken Typ des Szenographen, für einen, dessen Tiefe von einem schönen Schein begleitet ist, dessen Musiktheaterbilder und -kostüme einem nur kulinarischen Interesse seitens des Publikums eher entgegenkommen.

So weit, so falsch. Die Arbeit der Maskenbildnerin im Theaterteam hat Spuren hinterlassen: Man will gestylt, schön und stark sein. Und dazugehören, zur Gang.

Doch erst einmal blühen ihm Aufnahmerituale, die tiefste Erniedrigung verlangen. Beim Wäscheaufhängen erscheinen ihm auf der Leinwand Bilder aus seiner Kindheit. Es ist mit den Händen zu greifen, wie die Insassen der Justizvollzugsanstalt Zeithain bei Riesa in Sachsen ihre Erfahrungen und kriminellen Karrieren in diese Stückentwicklung einarbeiten.

Eine rote Rose kommt immerhin vor. Man kennt die Delikte der Spieler nicht und kann auch die Verbrechen der Gang nur ahnen. Das wird ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, denn… mehr. Beide Beiträge hinterlassen ein zwiespältiges Gefühl. Weil Oberender sehr vieles richtig beschreibt und Probleme zutreffend benennt, dabei aber gleichzeitig sehr ungenau und in mancher Hinsicht missverständlich bis fahrlässig formuliert.

Um einige Beispiele zu nennen: Die Erprobung neuer Kooperationsmodelle und projekthafter Arbeitsformen in einen strategischen Zusammenhang mit neoliberalen Ideologien zu stellen oder sie daraus abzuleiten, rückt alle Versuche, an einem neuen, positiven Begriff von Stadttheater zu arbeiten, in ein schiefes Licht.

Solche Kunst wird sich im Gegenteil immer aus dem Widerspruch gegen neoliberale Tendenzen begründen. Der steht bei… mehr. Dieser Trigorin ist jung, smart und aalglatt. Das wurde von vielen, die sich da als einäugige Riesen der Moral verspottet sahen, als sehr unfein zurückgewiesen.

Sowieso ist diese Inszenierung ganz heutig verspielt und beinahe boulevardesk, um, so ihr Grundton, die Traurigkeit des Einzelnen im fröhlichen Wohlstand aller immer wieder als nur oberflächlich abgedeckt zu zeigen. Kostja, hier Konni genannt, kann auch mit seiner wilden Schlagzeugperformance mit Nina wenig dagegen ausrichten.

Es ist letztlich auch ein Bild davon, wie sich die etablierte Mittelklasse in ihrer… mehr. Der Titel des Buches, das die grundlegende programmatische Schrift des griechischen Regisseurs Theodoros Terzopoulos einem deutschen Publikum vorstellt, verkündet die Rückkehr des Dionysos.

Was ist damit gemeint? Kehrt der antike Gott des Theaters endlich wieder in seine angestammte Sphäre, das Theater, zurück und betritt damit zugleich unsere megamoderne, superdigitalisierte Welt? Zielt diese Rückkehr auf die Wiederherstellung eines früheren Zustandes oder auf eine radikale Erneuerung? Im Laufe des Jahrhunderts sind wiederholt Theaterkünstler mit dem Anspruch aufgetreten, Theater ganz neu zu bestimmen und es von Grund auf zu verändern.

Die Theaterreformer um die Wende vom Jahrhundert, die verschiedenen Avantgardebewegungen im ersten Drittel des Jahrhunderts, die Vertreter der sogenannten Neoavantgarde oder Postmoderne seit den er Jahren und seit den er Jahren die Verkünder ganz unterschiedlicher neuer Theater- und Performanceformen, sie alle eint das Ziel, ein neues Theater zu schaffen, das den spezifischen Bedingungen ihrer Zeit Rechnung zu tragen vermag.

In einigen Fällen sollte dieses Ziel dadurch erreicht werden, dass der Schauspieler ins Zentrum treten und eine neue Schauspielkunst entwickeln sollte. In keinem Fall jedoch wurde sich dabei so dezidiert auf Dionysos berufen, wie Terzopoulos es… mehr. Die Rückkehr des Dionysos. Was mich am meisten interessiert, sind Orte und Menschen, die Potenzial haben.

Frankfurt ist zugleich meine Heimatstadt. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und hatte schon als Kind die Idee, der Stadt etwas zurückzugeben.

Das ist soziales Denken zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt. Gut, ich war kein Kind mehr, sondern Jugendlicher, junger Erwachsener. Ich habe im Jahr miterlebt, wie hier das Kleist-Theater geschlossen wurde. Ich war in der letzten Vorstellung. Ich habe Rotz und Wasser geheult und immer noch gehofft, dass sich der eiserne Vorhang hebt und die Schauspieler wieder rauskommen zum Applaus. Aber die kamen nicht.

Ich habe das als einen Riss empfunden und gedacht: Hier muss wieder Theater her. Kann man einer Stadt anmerken, dass ein Theater fehlt? Ja, man spürt das. Ein Theater kann Themen setzen, die für die Stadt wichtig sind. Ich habe das Gefühl, dass eine Stadt, die kein Theater hat, ihre Identität nicht komplett ausleben kann. Welche Themen setzt jetzt das Moderne Theater Oderland?

Wir haben viele Themen. Das Problem der Arbeitslosigkeit ist sehr wichtig. Wir haben auch viele Flüchtlinge hier. Darin geht es um Sehnsüchte und Träume, und auch der Frankfurter… mehr. Als Auftrag der Ruhrtriennale uraufgeführt, entwirft die Schriftstellerin die Welt einer Gesundheitsdiktatur, die auf Logik und Vernunft basiert und in der die Menschen frei sind von Schmerz und Leid. Jegliche Rauschmittel sind verboten, dafür ist körperliche Fitness Pflicht, und Partnerschaft ist nur mit immunologisch kompatiblen Individuen erlaubt.

Das Rauchen einer Zigarette wird so zum Akt des Widerstandes. Die systemtreue Hauptfigur Mia kommt durch den Freitod ihres zu Unrecht wegen Mordes verurteilten Bruders ins Zweifeln, versäumt in ihrer Trauer obligatorische Fitnessübungen und raucht zudem eine Gedenkzigarette. Wie schon Han Solo erfahren musste, ein barbarischer Akt der Bestrafung, der vorgibt human zu sein, da in späteren Jahrzehnten eine Begnadigung unter anderen politischen Bedingungen in Aussicht gestellt wird.

Nun haben Dystopien im Theater keine richtige Tradition. Aus dem Nachteil einen Vorzug machen — das war das Motto von Gisela Höhne, promovierte Theaterwissenschaftlerin, die es mit ihrem damaligen Partner Klaus Erforth bis ans Deutsche Theater Berlin gebracht hatte, als sie ein Kind mit Trisomie 21 bekam, auch bekannt als Downsyndrom. Das katapultierte sie mit einem Schlag heraus aus der sogenannten Normalität. Konnte sie nun noch anderes sein wollen als die Mutter eines behinderten Kindes?

Ihr Sohn Moritz wurde das erste Ensemblemitglied. Ramba-Zamba ist immer Avantgarde. Keine Therapie oder Sozialarbeit, sondern der lebendige Beweis dafür, dass behinderte Menschen allein durch ihre Kunstausübung zu beeindrucken vermögen.

Ein Spiel nicht nur mit Worten, auch mit Buchstaben, die ja — gesprochen — zuerst einmal Geräusche sind. Es sind allesamt lustvolle… mehr.

Falk Richters neue Theaterstücke, die in diesem Band versammelt sind, waren für mich ein Grund, warum ich in den vergangenen Jahren ins Theater gegangen bin. Vielen anderen Zuschauern ging das genauso.

Denn diese Stücke finden eine genuine Antwort auf die Frage, warum es sich immer noch lohnt, ins Theater zu gehen. Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, in der die politische Mitte in Deutschland so sehr wegzubrechen drohte. Der Aufschwung rechtsnationaler Bewegungen ist natürlich ein internationales Phänomen, das in vielerlei Hinsicht als eine populistische Gegenreaktion auf die Globalisierung verstanden werden kann.

In Deutschland jedoch trafen uns diese Entwicklungen aufgrund unserer historischen Erfahrungen und ihrer scheinbaren Aufarbeitung überraschend. Ungläubig müssen wir dabei zusehen, wie völkische Ideologien medial wieder in den Mittelpunkt gerückt werden, wie Menschen in Talkshows sitzen und offen gegen Ausländer, Schwule und Lesben hetzen, ungläubig müssen wir von Anschlägen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsheime lesen.

Die Gruppierungen und Köpfe dieses Rechtsrucks umgeben sich dabei noch mit dem zynischen Opfer-Nimbus mutiger, vom Mainstream unterdrückter… mehr. Feierlich wirken die Rotund Orangetöne der afrikanischen Kleider und das eher klassische Schwarz der europäischen. Die Wand mit den Glasfenstern zwischen ihnen lässt an den Besuchsraum eines Gefängnisses denken.

Mehr Figuren aus dem Jahre alten Drama brauchen das Theater Osnabrück und das Teatro Avenida aus dem südostafrikanischen Mosambik nicht, um zu prüfen, wie es um Tragik und Missbrauch von Medea stünde, wäre sie eine Frau im Europa beziehungsweise im Afrika von heute. Zehn Tage voller Gefühlsturbulenzen und schmerzhafter Selbsterkenntnisprozesse auf den Bühnen sind vorbei.

Zehn Tage, in denen der Zuschauer allerlei Figuren begegnete, die mit sich oder mit ihrer Zeit hadern und gegen eigene Lebenslügen ankämpfen. Auch das Eröffnungsstück stand ganz im Zeichen der Reflexion bitterer Wahrheiten.

Das Drama um eine erfolgreiche Anwältin Sophie Melbinger , welche unversehens mit der tragischen Vergangenheit ihrer Mutter, einem Folteropfer der iranischen Despotie, konfrontiert wird, bleibt durch ambitionslose Regie Isabel Osthues sowie ein einfallsloses Bühnenbild Jeremias… mehr.

Seit Erving Goffman behauptete, dass wir alle Theater spielen, ist das Rollenspiel für Soziologen eine brauchbare Metapher für die Beschreibung sozialer Interaktion. In der März-Ausgabe von Theater der Zeit nahm sich Dirk Baecker der Thesen Goffmans an und kam zu der überraschenden Erkenntnis, dass wir nicht mehr Theater spielen, sondern Vertrauensspiele und dass die Funktion des Theaterspielens darin besteht, uns in eine paradoxe Rolle einzuüben: Wenn wir alle Theater spielen, was macht dann eigentlich der Schauspieler?

Er spielt zur Schau, könnte eine launige Antwort sein. Und vielleicht steckt in dieser Laune auch schon ein erster Hinweis auf die Kraft, die in der sinnlichen Darstellung sozialer Bedeutungen liegt. Doch gerade diese Verbindung von Spielen und Zeigen scheint in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten zu sein. Als Reaktion darauf hat sich das Schauspielen seit den er Jahren in zwei unterschiedliche… mehr.

Schon weniger wissen, dass sich in der Tasche seines Sakkos Pornohefte befanden. Offensichtlich ging es ihm damals finanziell so schlecht, dass er mit dem Verkauf der Heftchen versuchte, ein kleines Zubrot zu verdienen.

Ouen — und mit der Überführung der Gebeine nach Wien beauftragt. Da die Österreichische Botschaft zu diesem Zeitpunkt von allerlei… mehr.

Wie ist folgender Satz zu deuten? Die hier versammelten Texte handeln von der vielleicht einfachsten und grundlegendsten Operation in Drama und Theater. Als theatralische Handlung erscheint das Auftreten zunächst einmal als selbstverständlich und unscheinbar. Es gehört so offenkundig dazu, dass man es als ein eigenes organisierendes Prinzip gar nicht mehr wahrnimmt.

Gerade deshalb aber ist es so schwer zu fassen — und von den Theater-, Literatur- und Kulturwissenschaften weitgehend vernachlässigt worden. Es bedarf einer Grenze, die überschritten werden muss, um diesen Eintritt als solchen zu markieren. Der Auftritt ist also, zumindest seit der Erfindung der Guckkastenbühne im Jahrhundert, verbunden mit einer spezifischen Bildlichkeit, die in der Theatertheorie der Zeit unter dem Begriff des Tableaus behandelt wird.

Dieser Beitrag versucht nun umgekehrt zu beschreiben, in welcher Weise der Auftritt für Bilder verwendet und was dabei gewonnen werden kann. Denn zunächst scheint es ja wenig Sinn zu machen, eine Darstellungstechnik, die an einen bewegten Körper gebunden ist, auch auf unbewegte Bilder zu beziehen. Aus dem Auftritt, verstanden als ein Darstellungsmodell, lassen sich drei auch für Bilder relevante Aspekte gewinnen.

Zum einen lassen sich die narratologischen Möglichkeiten und Grenzen von Bildern präziser bestimmen. Zum anderen bietet dieses Modell einen erhellenden bildwissenschaftlichen Zugang zum… mehr. Für jene ungewisse Lücke nämlich, die mitten dort besteht, wo ein Mensch irgendetwas über sich zu wissen meint. Für jene uneindeutige Erfahrung also, die dort entsteht, wo einem Menschen etwas widerfährt. Mensah-Offei kann das auch, kann Körperaktion und Textintonation widerspruchsvoll in Zweifel ziehen.

Also die Antwort, aber auf was eigentlich? Auch auf eine vielleicht gar nicht gestellte Frage? Eher die Suche nach einer inneren Logik, die gleichzeitig immer auch Unlogik, also Widerspruch und Zweifel sein kann. Oder wenn sie… mehr. Das sollte positiv sein, sofern wir es gut verwalten. In einem Krankenhaus haben sechs Roboter überlebt und vollführen seit vielen Jahren ihre geschäftigen Routinen.

Sie röntgen und operieren, dosieren Medikamente und beziehen Betten, erzählen sich gegenseitig Witze in den Raucherpausen oder beschweren sich bei der Oberschwester — einer stilisierten Leinwandprojektion, Mutter Betriebssystem — über die Arbeitsbedingungen.

Die verschiedenen Maschinenmodelle rollen, piepsen, blinken und hantieren mit Schläuchen oder Greifarmen auf der Bühne. Jeweils ein Bildschirm mit zu Emoticons stilisierten Gesichtern und eine Menschenstimme vom Band gibt ihnen die nötige Portion Persönlichkeit.

Doch plötzlich ertönt ein Alarm: Ein Patient muss her, ein… mehr. In Bamberg, der Stadt des Hörnchens, nimmt man sich also des Croissants und dessen Interpretation weltlicher Verbiegungen an. Dass man bei diesem Vorhaben keinem Drei-Stunden-Gewitter aus drögen Politphrasen ausgesetzt wird, grenzt nur scheinbar an ein Wunder, ist aber vielmehr eine meisterliche Leistung von Regie und Dramaturgie.

Zu Beginn des Stücks erklärt sich das dreistöckige Bühnenbild wie von selbst, denn in jeweiliger Etage agieren die Vertreter des zugehörigen Standes. Pyramidenhaft, sich nach oben verschmälernd, wird angedeutet, dass wenige über viele regieren, die Macht superexponentiell umgekehrt proportional zur Personenstärke der Herrschergruppe steht.

Dass dieser balkonartige Aufbau nicht von ungefähr an ein Puppenspiel erinnert, beweist sich, als Adel und Klerus als halbmenschliche Puppen-Chimären auftreten. Ihr vollends kretinöses Dasein zeigt sich nicht nur durch die intrigante und egomanische Weise, am leidenden Volk vorbeizuregieren, sondern auch durch… mehr. Mit bewundernswerter Präsenz stand er in einem Waggon der Linie U1 und nahm von den Umstehenden keinerlei Notiz, diese von ihm dafür umso mehr. Denn, klar, Utopien — wer hat die heute schon noch?

Einige sehen darin nur Wäscheleinen. Andere denken, das sei Kunst. Noch immer gibt er den Ton vor. Trotzdem bleibt er immer gut für Pointen mit Fernwirkung. Gekündigt wurde er nun insgesamt bereits drei Mal, doch ein Gerichtsurteil erklärte diese Vorgänge bislang für ungültig. Da die Stadtoberen das Urteil empörend fanden und es so klang, als ob sie auch gleich noch den betreffenden Richter kündigen wollten, dürfte klar sein, wie die Revision ausgeht. Es wird teuer werden für die Stadt. Gut für Latchinian, schlecht fürs Volkstheater, das aus seinem ohnehin nicht üppigen Haushalt bereits Rücklagen bildet, um eine Abfindung überhaupt zahlen zu können.

Wie macht man Theater in einem solchen Scherbenhaufen? Bis eben war Programm, dass die Schauspielsparte zugunsten des Musiktheaters geschlossen werden soll.

Allerdings hört er manchmal schwer und lässt sich die Dinge von den Kommunalpolitikern gern so lange erklären, bis diese selbst merken, was sie da verzapft haben.

Das nennt man gelassene Menschenkenntnis, und mit der sind Intendant Joachim Kümmritz und sein… mehr. Der vorliegende Sammelband ist das Ergebnis einer Tagung, die im Januar im Rahmen des Forschungsprojekts Prozesse der Internationalisierung im Theater der Gegenwart an der Universität Luxemburg durchgeführt wurde.

Welche semantischen Dimensionen mit dem Begriff Europa aufgerufen und wie geographisch und ideell seine Grenzen legitimiert werden, bildet seit der Antike den Gegenstand unausgesetzter Verhandlungen und Auseinandersetzungen.

Deren Aktualität ist bis heute ungebrochen: Das Titelsujet greift die Relevanz von bewussten wie unbewussten Brüchen und Demarkationslinien für Konzeptionen von Europa auf: Es handelt sich um eine Detailaufnahme der Rauminstallation Shibboleth der kolumbianischen Künstlerin Doris… mehr.

Vorstellung Europa — Performing Europe. Haben Sie durch diese Gegebenheit von vornherein beim Schreiben an eine bestimmte Bühne gedacht oder den Text an ein bestimmtes Publikum adressiert?

An eine Bühne habe ich nicht gedacht, aber an ein britisches, ein europäisches Publikum. Ich habe das Stück nicht geschrieben, um es zum Beispiel in Kairo zu zeigen, es hat einen spezifischen Ansprechpartner.

Bei meinen Inszenierungen habe ich dagegen meistens zuerst ein ägyptisches Publikum im Auge. Am Residenztheater wurde Ihr Theaterstück in einer szenischen Lesung vorgestellt. Was halten Sie von diesem Format? Welches Potenzial oder welche Grenzen hat es?

Das Stück ist in dem Wissen geschrieben, dass es als szenische Lesung präsentiert wird. Dessen war ich mir schon während des Schreibens bewusst und ich habe es mir nicht mit viel Bewegung vorgestellt. Grenzen gibt es in Bezug auf die Erarbeitungszeit, von der abhängt, inwieweit Rhythmus oder Emotionen sich entwickeln können.

Wie ist das für Sie, ein Stück in andere Hände zu geben, ohne genau weiterzuverfolgen, was damit geschieht? Das kam noch nicht so oft vor, aber diese Art der Beziehung, also eigene Werke in andere Hände zu legen, habe ich eher zum Schreiben als zur Regie.

Die aus Anlass des Wurde bereits beim 7. Hermann-Henselmann-Kolloquiums nun ganz auf seine Berliner Zeit — gerichtet. Trotz aller institutionellen Veränderungen war… mehr. Der Architekt, die Macht und die Baukunst. Nachhaltige Dinge beginnen ja oft aus einem einfachen Impuls heraus.

Dass man ein gutes Händchen beim Schenken hatte, wurde noch vor der Eröffnung klar, als alle Vorstellungen ausverkauft waren. Das Festival wurde, dank Beteiligung des Freistaats, mit ausgesuchten Gastspielen aus Bayern ergänzt und feierte dieses Jahr schon die zehnte Ausgabe. Inzwischen braucht das Festivalteam sehr viel mehr Geschenkpapier, ist das Panoptikum doch stetig gewachsen.

Waren es anfangs noch 15 Inszenierungen aus sieben Ländern an fünf Spielorten, steigerte man sich auf 23 Inszenierungen aus neun Ländern an zehn Spielorten. Als Regisseur hat er die Ruhrfestspiele mit viel beachteten Inszenierungen bereichert.

Die hohe Auslastung der Ruhrfestspiele war sein Werk. Künstlerisch war es mutig, vielfältig, qualitätsvoll, innovativ und es war erfolgreich. Auch wirtschaftlich stand das Theaterfestival unter seiner Leitung gut da. In turbulenten Zeiten hat Hoffmann den Ruhrfestspielen klare künstlerische Identität gegeben und ein Publikum, das sich zurückgezogen hatte, wiedergewonnen.

Er hat Leichtigkeit dort verbreitet, wo es Probleme gab. Sie waren für ihn kein Hindernis, sondern Aufgabe. Dabei ist Hoffmann, das… mehr. Das Schöne an La Ribot ist, dass sie keine Tabus kennt — deshalb ist ihre Kunst so subversiv und hintergründig wie kaum eine andere in der zeitgenössischen Tanz- und Performance-Szene Europas.

Sie probiert ihre Themen stets am eigenen Körper aus, den sie nackt oder bekleidet, entfesselt oder unterwürfig in den Ring schickt, um Position zu beziehen im Krieg der Geschlechter und Bekenntnisse. Diese Positionen sind nachdrücklich radikal, doch ohne Verbissenheit, oft humorvoll, aber nie bequem. Tatsächlich hat sie Strömungen wie Konzepttanz oder Live Art miterfunden, ohne sich dessen recht bewusst zu sein.

Dabei, das muss hier gesagt werden, sind ihre konzeptionellen Ansätze so viel intelligenter, engagierter, witziger und schlichtweg besser als das Gros der unter diesen Markenzeichen segelnden Performances. Während Live Art sich gern in Scheibchen anbietet — und es sind meist… mehr. Ich freue mich über die Gelegenheit, im Zusammenhang eines für uns in Europa freilich sehr beschämenden Themas, Flucht und Flüchtlinge, prädramatisches und postdramatisches Theater vergleichend zu thematisieren.

Theaterszene und Flucht ist ein gutes Terrain für diesen Vergleich. Flucht als Thema widerspricht von Anfang an jener sachlichen Geschlossenheit, die das Drama seinem Prinzip nach verlangt. Die Vorbedingungen, Voraussetzungen, Umstände des Konflikts spielen idealtypisch keine wesentliche Rolle für das dramatische Geschehen.

Das ist aber beim Thema Flucht gerade der Fall: Setzt Flucht doch ein Geschehen in der Vergangenheit voraus, von dem die Fluchtsituation selbst gleichsam nur der sichtbare Ausläufer ist. Man kann zahlreiche Filme nach dem Freudschen Muster des Verfolgungstraums interpretieren, denken Sie nur an die Nacht des Jägers,… mehr.

Henningway nannten ihn Freunde, er strahlte viel Lebensfreude und Verlässlichkeit aus, weltliche Genüsse waren ihm sichtlich nicht fremd. Nicht nur das machte ihn sympathisch, er hatte auch Grundsätze. Er glaubte an die gesellschaftliche Relevanz des Theaters, dessen Inhalte ihm stets wichtiger waren als seine Form. Und er meinte, dass die Theaterwissenschaft das lebendige Gedächtnis des Theaters sein müsse.

März in Hannover geboren, wollte man ihm noch kurz vor Kriegsende eine Waffe in die Hand drücken, damit er mit der Geisterarmee Wenck dem Führer den Endsieg rettete; bevor es dazu kam, traf ihn ein Granatsplitter, der zum Verlust des linken Armes führte. Nach dem Studium der Geschichte und der Germanistik führte ihn sein Weg erst an die Volkshochschule, dann an die Volksbühne in Hannover; die Bekanntschaft mit dem Verleger Erhart Friedrich führte zur Gründung der Zeitschrift Theater heute, das Zentralorgan des bundesdeutschen Theaters; Rischbieter war Herausgeber bis Da hatte er schon für… mehr.

Es war im Sommer Viele Jahre sind seitdem vergangen. Ich hatte Kalifornien verlassen und war in den Libanon zurückgekehrt, ohne zu wissen, für wie lang. Eines der faszinierendsten Ereignisse dieses Sommers war das international renommierte Baalbeck Festival, zu dem auch ich als Gast eingeladen war. Nach unserer Veranstaltung gab es, wie immer, eine kleine Party für Teilnehmer und Freunde. Ein hochgewachsener, junger Amerikaner betrat den Flur. Er fiel mir sofort auf. Zehn Minuten später wurde er mir als der berühmte Theaterregisseur Robert Wilson vorgestellt.

Es war geplant, so hörte ich, den amerikanischen Regisseur mit einer Koproduktion der Festivals von Baalbeck und Schiras zu beauftragen.



josefine offenbach kuscheln affäre

Die organisatorische Arbeit gewinnt gegenüber der künstlerischen die Oberhand. Die Veränderung der kuratorischen Praxis in den Produktionshäusern oder die Mittelvergaben in Wien etwa führen aus meiner Sicht zu einer Reduktion der Autonomie des Künstlers. Dabei ist die Förderung doch quantitativ und qualitativ mehr geworden, in Berlin beispielsweise hat die rot-rotgrüne Regierung den Kulturetat um 15 Prozent erhöht, die Infrastruktur als solche ist gewachsen. Wie erklären Sie sich das?

Die Mittel sind nicht mehr geworden, zumindest nicht in Wien, sondern stagnieren seit 16 Jahren beziehungsweise sind rückläufig. Hinzu kommt eine kulturpolitisch intendierte Bündelung freier Künstler an Produktionshäusern.

Themensetzungen erfolgen immer mehr über Kuratoren und über die Förderung selbst. Wenn man aber andere Setzungen machen will,… mehr. Fünf Jahre Armin Petras: Kaum angefangen, sind sie — wusch! In diesen Tagen redete man in Stuttgart viel über Berlin.

Genauer gesagt, über den Petras-Stellvertreter Klaus Dörr, der, zunächst als geschäftsführender Direktor ins Dercon-Team an die Volksbühne geholt, nun nach dessen Abgang das Haus als Übergangsintendant und Krisenmanager leitet. Seine Berufung nach Berlin, so orakelten einige, könnte eine Weichenstellung in Richtung Petras sein — auch ein Leitungskollektiv scheint nicht ausgeschlossen. Doch Petras, von Theater der Zeit Mitte April zur Dercon-Nachfolge befragt, will erst mal an seinem Vorhaben festhalten, nach Jahren der Nonstop-Leitungsverantwortung kürzer zu treten und nicht sofort in die nächste Intendanz zu hetzen.

Ab kommender Spielzeit ist er als Hausregisseur in Bremen verpflichtet. Abschied und Aufbruch In Stuttgart herrscht derweil Abschiedsstimmung, die ja immer auch gleichzeitig Aufbruchsstimmung ist.

Seine besondere Bedeutung besteht darin, dass damit sehr spät auch in Deutschland die Grundlagen für die Ausbildung jeder Form der Theaterpraxis und -institutionen entstehen, die als zeitgenössisches, postmodernes Theater international — vor allem im westlichen Ausland — bereits seit dem Zweiten Weltkrieg im Schwange sind. Diese Blockaden reichen weit bis in das Restauration und kulturelle Rückständigkeit2 Sowohl die Zäsur des Ersten Weltkrieges, vor allem aber der Machtantritt der Nationalsozialisten und ihre Herrschaft haben im deutschen Kulturraum die Umsetzung der Impulse der künstlerischen und strukturellen Modernisierung der Theaterkunst und des Theaters be- und verhindert, die mit der Wende zum Diese Modernisierungsimpulse entstanden vielfach im deutschen Sprach- und Kulturraum: Aufzuzeigen, dass kollaborative Produktionen, die von Kindern und Jugendlichen aktiv künstlerisch gestaltet werden, erfolgreich sind, dass sie im Haus und in der Stadt wahrgenommen werden, dass die Presse darüber berichtet, dass die Eltern positives Feedback geben, dass die Evaluation aufzeigt, welche Erlebnisse und Fortschritte die Teilnehmenden gemacht haben — all das ist zweifelsfrei gut, richtig und wichtig.

Dennoch denke ich in den letzten Jahren verstärkt darüber nach, ob es uns Kunstschaffende nicht weiterbrächte, würden wir in der Selbstpräsentation verstärkt parallel darauf blicken, was nicht funktioniert hat: Wenn ich meine Arbeit vorstelle und, jenseits des Anekdotischen am Rande, von den Fallstricken, den konzeptionellen Fehlentscheidungen, von Kommunikationsproblemen und kulturell bedingten Missverständnissen berichte, ermögliche ich Kolleginnen und Kollegen, diese Punkte bei ihrem nächsten Vorhaben im Blick zu behalten und auf die Erfahrungen zurückzugreifen, die andernorts bereits gemacht wurden.

Natürlich fällt es schwer oder ist gar schmerzhaft,… mehr. Heart of the City II. Im Puppentheater tut sich etwas. In der heraufziehenden Ära sprechender Kühlschränke, den physischen Raum überschreibender Datenbrillen und Allwissenheit suggerierender digitaler Assistenten erweitert sich der Möglichkeitsraum für Puppenspieler und Objektanimierer enorm.

Exzellente Voraussetzungen für die künstlerische Eroberung und die ästhetisch-philosophische Befragung der Welt der kommunizierenden Objekte. Die zuständigen Postboten dürften sich bereits wundern. Immer häufiger müssen die Lieferdienste Sendungen von Technikfirmen aus aller Welt in der Abteilung Puppenspiel abliefern. Bausätze von Drohnen sowie von sechsbeinigen Robotern werden aus Übersee geordert. Die Roboter sind eigentlich für Forschungsabteilungen der technischen Universitäten gedacht.

Er ist der Mann, auf den Bestellungen dieser Art zurückgehen. Die Studenten, die er betreut, lernen in den zweiwöchigen Blockseminaren zu Theorie und… mehr.

Die zeitgenössische Theatergeschichtsschreibung hat in Anlehnung an Michel Foucaults Überlegungen zur Geschichtsschreibung immer wieder darauf hingewiesen, dass die europäische Theatergeschichte voller Widersprüchlichkeiten ist und keinem linearen, evolutionären Modell folgt1, auch wenn manche Theatergeschichten für sich in Anspruch nehmen, eine solche Entwicklung nachzeichnen zu können.

In Italien gestaltet sich die Komplexität auch räumlich, denn während in Frankreich der Theaterbetrieb spätestens ab dem Jahrhundert mehrheitlich zentral organisiert in der Hauptstadt stattfindet, verteilen sich in Italien die Theateraktivitäten — wie alle anderen Kunstaktivitäten — geographisch breit gestreut.

Es existieren somit sehr unterschiedlich gelagerte Kultur- und Theaterzentren, abhängig zum einen von den regionalen bzw. Es ist Ludovico Zorzi zu verdanken, erstmals in einer Kulturgeschichte des Theaters die heterogenen Traditionen und Entwicklungen der einzelnen Städte bzw.

Fürstentümer herausgearbeitet zu haben. Höfe verfügen mitnichten über ein geschlossenes, geschweige denn institutionalisiertes Theatersystem, wie Raimondo Guarino am Beispiel von Venedig dargelegt hat.

Der Schwerpunkt wird auf den Zeitraum vom späten Die Avantgarde des Mein Hintergrund ist keiner des Theaters. Ich komme aus der bildenden Kunst, habe Kunstgeschichte und Film- und Medienwissenschaft studiert. Meine Kunst hat ihren Ausgangspunkt in der Installationskunst — und eigentlich auch in Nachtclubs, wo ich als sogenanntes Champagnermädchen gearbeitet habe.

Solche Clubs sind ja eigentlich auch inszenierte Räume, in denen eine auf individueller, intimer Aktion basierte Performance stattfindet, was durchaus künstlich ist. Dort wird die Illusion einer Authentizität erschaffen, es geht darum, Gefühle, Begierde und so weiter zu simulieren, eben darum, so zu tun als ob.

Bild der Bühne, Vol. Was hatte Sie daran gereizt, trotzdem nach Basel zu kommen? Ich bin sehr offen und direkt an die Aufgabe herangegangen, ohne vorher im Netz bis in die Tiefen zu recherchieren, wie man es vielleicht heute machen würde.

Für mich waren das interdisziplinäre und freie Produktionsund Gastspielhaus mit Theater, Tanz und Musik sowie die Kulturregion reizvoll. Und es war meine erste Leitungstätigkeit. Und diese Lust ist Ihnen nicht vergangen, als Sie sich dem Schuldenberg gegenübersahen? Ich hatte tatsächlich nicht nur einen Neustart, sondern auch eine schwierige Geschichte zu bewältigen.

Da habe ich mich schon manchmal gefragt, ob ich mich auf die Aufgabe eingelassen hätte, wenn ich das alles gewusst hätte. Es waren zu Beginn zweieinhalb harte Jahre, bis das Haus eine erste Subventionserhöhung entgegennehmen konnte.

Und auch dann war noch ein weiter Weg zu gehen. Auch um die freie Szene stand es nicht sonderlich gut. Ich wurde anfangs oft darauf angesprochen, dass es in Basel ja fast keine freie Szene gibt. Aber unser Dramaturg Tobias Brenk und ich haben sehr schnell verschiedene Einzelfiguren, Künstler verschiedener Genres getroffen und sie nach ihren Ideen und Bedürfnissen befragt.

Wir haben Formate der Begegnung, der kleinen Skizzen geschaffen. Ein Merkmal des deutschsprachigen Theaters ist in den Augen des australischen Zirkusregisseurs Yaron Lifschitz die permanente Produktion von Neuem, die bei Autorinnen, Schauspielern und Regisseurinnen von der Frage angetrieben wird, wer das Genie war, das gerade vor einem diese Bühnen geprägt hat und zu dem man selbst im Vergleich bestehen will.

Der Zirkus hat dieses Problem nicht, sagt Lifschitz, denn er ist eine Kunst der wandernden Künstler, der reisenden Truppen. Es handelt sich um eine bewusste Entscheidung für eine andersartige Erzählweise, die nicht textbasiert ist, kollektiv und interdisziplinär produziert wird und eine Form von Realität kreiert, die nicht dem Gebot der Repräsentation gehorcht, sondern der Andersartigkeit, des Magischen und Riskanten.

Vor einigen Jahrzehnten beschäftigte man sich vonseiten der Theaterwissenschaft mit dem Einfluss des Zirkus auf das progressive Theater. Heute wird der zeitgenössische Circus zunehmend zum gleichberechtigten Studiengegenstand — er entwickelte sich zu einem progressiven Medium, das Techniken des Theaters, Elemente des Tanzes oder der Videokunst in sich aufnahm. Während anfangs vor allem… mehr. Aber wenn Sebastian Kowski sie spielt, dann sind sie immer erschüttert in ihrem Selbstverständnis, gebrochene Charaktere.

Obwohl Kowskis Nathan eben in der Sonntagnachmittagsvorstellung anfangs daherkam, als könnte ihn nichts erschüttern. Sein Haus ist abgebrannt, na und, baut er es eben schnell wieder auf. Recha, seine Ziehtochter, ist auf wundersame Weise gerettet worden, ein Glück, aber haltet euch nicht auf mit Sentimentalitäten.

Dieser Nathan, im Anzug eines Geschäftsmannes, wirkt wie jemand, der immer einen vollen Terminkalender hat. Und legt ihm Lessing nicht die Worte in den Mund: Die Ringparabel, mit der er die gefährliche Frage nach der einzig wahren Religion abwehrt, ist kein pathetischer Aufruf zur Toleranz, sondern die erfahrungsweise Selbstrettung von einem, der sich — als Jude immer beargwöhnt und am Rande stehend — schon oft mittels Klugheit selbst retten musste.

Dieser Nathan ist ein Ideologiekritiker. In the period since the Wall Street crash, the refurbished rationale for austerity measures is that the imposition of strict fiscal discipline and government spending cuts is the only way to restore budgetary integrity — thereby securing the confidence of the investor class, appeasing the jittery markets and paving the way to growth.

The critical test case that is Europe, of course, shows no signs of working. Introduction Since , the global financial and economic crisis — which began, in , as a result of the mortgage crisis of — has transformed into a sovereign debt crisis Altvater, ; Blyth, ; Whitfield, In December , more than 80 urban scholars, politicians and social movement activists from ten different countries came together at the… mehr.

Mudar Alhaggi, wie geht es dem Theater in Syrien? In der Hauptstadt Damaskus gibt es zwei Welten von Theater. Es ist langweiliges Theater. Und dann gibt es Künstler, die die Revolution unterstützen. Sie können nicht offen agieren, weil Damaskus noch immer vom Regime kontrolliert wird.

Ganz anders ist die Situation in den Städten und Dörfern fern von Damaskus. Dort gibt es gänzlich neue Theaterformen, eine neue Generation von Theatermachern.

Das Theater ist direkt aus der Revolution entstanden. Die Leute wollten am Ende der Demonstrationen noch ein Forum, auf dem sie sich austauschen können. So sind erste Theateraufführungen entstanden. In manchen dieser Aufführungen werden auch schon die neuen lokalen Regierungen kritisiert. Es ist ein Theater der neuen Staatsbürgerschaft. Also schon die Keimzelle für ein neues Syrien? Ja, das kann es bedeuten. Hier in Europa wird der Krieg in Syrien ja meist als Bürgerkrieg dargestellt.

Natürlich gibt es Elemente davon. Aber eigentlich findet eine Revolution statt. Am Anfang war nur ein politischer Machtwechsel angestrebt. Inzwischen aber geht es um eine ganz neue Gesellschaft, um Gedankenfreiheit, um die Freiheit zur Wahl eines eigenen Lebenswegs. Meine Auffassung davon, dass es sich um eine Revolution… mehr.

Lisa Jopt, Nicola Bramkamp, Ihr veranstaltet am Männer sind nicht zugelassen. Wir wollen sofort in die Debatte einsteigen, ohne Umwege …Lisa Jopt: Die Verständigungswege sind kürzer, weil Frauen auf einen ähnlichen Fundus an Erfahrungen zurückgreifen können.

Aber Männer betrifft die Debatte doch auch. Sie verzeichnet kontinuierliche Zuwächse, wie auf einer Tafel in dem kleinen Ort im Schatten des Oderdeichs zu entnehmen ist.

Es wurde berühmt, weil man hier Austritt statt Eintritt zahlt. Geschehenlasser hier kurz vor dem Deich. Passiert ist dieses Theater, weil Morgenstern und Rühmann gemeinsam ein Stück entwickelt hatten. Die Worte stammten aus einem Roman. Und die Rechte waren nicht zu bekommen.

Gespielt haben die beiden trotzdem. In der bangen Hoffnung, hier merke es doch keiner. Unbemerkt ist das Theater trotz seiner Randlage 80 Kilometer östlich von Berlin an der deutsch-polnischen Grenze schon lange nicht mehr. Freunde holten ihre Freunde. In den sechziger und siebziger Jahren als Gegenentwurf zum Stadttheater gegründet, später partiell zu dessen Zwergenversion degeneriert, entwickelte sich die freie Szene in den letzten beiden Dekaden dank eigener Professionalisierungsschübe, eines immer differenzierteren Fördersystems und auch neuer Ausbildungsund Studiengänge zu einem Netzwerk aus Gruppen, Produktionshäusern und Festivalplattformen.

Es wuchs zur zweiten Säule der Theaterlandschaft in Deutschland heran. Perspektivisch deutet sich eine Hybridisierung der Theaterlandschaft an, die selbst immer stärker hybride Verbindungen mit der ersten Säule, den Stadt- und Staatstheatern, eingeht. Das Licht eines einzelnen Scheinwerfers streift durch den Raum. Eine Performerin tritt auf und wirft kleine Objekte auf die geblähte Folie. Auf ihr breiten sich Wellenmuster aus, von kleinsten Bewegungen bis hin zu tsunamiartigen Dimensionen. Eine Menschenmenge wogt an Absperrgittern auf und ab.

Polizisten beobachten das Geschehen. Plötzlich gibt ein Gitterfeld nach. Die Menge flutet auf den Rasen vor dem Berliner Reichstag. Erste Rasenstücke werden ausgestochen, Holzkreuze in den Boden gerammt. Die Aktion mit dem… mehr. Im deutschsprachigen Feuilleton wird das Kostümbild als Kunstform einvernehmlich totgeschwiegen. Eine befremdliche Tradition, die Konsequenzen hat.

Weder als Hymne noch als Verriss wird es diskutiert. Ist das Kostümbild im Theater so belanglos? Ich lese Kritiken über Inszenierungen, in denen hochgeschätzte Kolleginnen die Kostüme entworfen haben.

Sie tauchen in den Besprechungen nicht auf. Für den Schauspieler ist das Kostüm die zweite Haut. Es hat einen wesentlichen Anteil daran, ob und wie es dem Schauspieler gelingt, sich in eine Figur zu finden.

Das Kostüm kann seine gesamte Körperlichkeit extrem forcieren und beeinträchtigen. Es kann ihn die Geschlechter wechseln lassen und die Jahrhunderte. Der Schauspieler kann zum Tier werden oder zum Pausenbrot. Dabei sind bereits Details ausschlaggebend. Ein Schuhwerk etwa beeinflusst Gang und Haltung. Indem ich die Figur das Kostüm im Verlauf der Inszenierung nicht ein einziges Mal wechseln lasse, wird sie aus der Ebene des Traumes nie ganz entlassen.

Hinzu kommt allein ein Helm. So verliebt sich der Prinz, so geht er in die Schlacht und so sitzt er auch im Verlies… mehr.

Google-Masterstory, Castingshow und Spielanordnung. Denn sie sind zuweilen harmlos, beliebig. Doch wie soll man überhaupt für das Theater schreiben, wenn der Gegenstand unbekannt ist?

Jahrhundert wie eine schwere Bürde trägt. Ich solle in der folgenden Passage nichts verlautbaren, was sie als Veganerin, Frau mit kreolischer Herkunft, Transgenderpersönlichkeit, als Muslim, als kirchlichen Würdenträger und Russen, als Menschen mit Behinderung und ohne, als Heterosexuellen wie Homosexuellen, als Kind mit besonderer Begabung, als altersbedingt herausgeforderten Menschen beleidigen könnte.

Dies ist ein Buch über Raum. Über Räume, die Mark Lammert auf Bühnen entwickelt. Das Kompositum Bühnenraum lässt die Schwierigkeiten verschwinden, die sich in dieser Zusammensetzung verbergen. Es geht um Bühnen, auf denen Sprachen im weitesten Sinne ihren Raum finden und räumlich bewegt werden.

Es geht um Räume, die diesen Bewegungen in jeder Beziehung Raum geben. Räume, die sich aus ihrem Missverständnis einer passiven Gelegenheit lösen, um den Raum selbst und seine Bewegung ins Spiel zu bringen.

Der Raum erweitert sich, er zieht sich zusammen. Er bildet Ausschnitte, er ändert sein Volumen. Sie kleidet den Raum nicht aus, sie determiniert ihn nicht.

Sie erscheint im wortwörtlichen Sinn. Ihre Materialität trägt und verwandelt das Ereignis der Farbe, die sich mit dem Haptischen der bewegten Räume verschwistert und es ausmacht. Niemals verhält sie sich monochrom. Die Bühne ist kein Gegenstand. Sie lässt sich ebenso wenig einrichten, wie räumliche Behandlungen der Bühne möglich sind, die unabhängig von ihr wie von einer fremden Sache handeln, ohne dass diese Sache selbst dabei im Spiel wäre. Herr Ostermeier, woher kommen Sie gerade?

Aus Venedig, dort haben wir mit Ibsens Volksfeind gastiert. Und wohin gehen die nächsten Reisen? Nach Zagreb, mit Tod in Venedig. Mit dem gleichen Stück gastieren wir in New York, eine Woche lang. Dazwischen liegt noch Rom, Hedda Gabler. Fast hätte ich vergessen: Petersburg steht auch auf dem Plan. In jeder Saison ist die Schaubühne mit mehr als hundert Gastspielen unterwegs.

Ich glaube, anderen ergeht es ganz genauso. Gibt es überhaupt ein anderes deutsches Theater, das sich auch nur annähernd ein solches Auslandspensum aufgebürdet hat? Da fallen mir nur Tanz-Compagnien ein: Pina Bausch, William Forsythe. Bettina Meyer wehrt sich, spricht ungern darüber, vermeidet Interviews, in denen sie ihre Arbeit erklären soll.

Es ist nicht wahr, dass alles in Worten gedacht wird, gerade die inneren Vorstellungsbilder decken sich nicht mit der Sprache. Ideen, die sich in ihrem Kopf einstellen, formuliert sie mit den Händen aus. Empfindungen, Fragestellungen, die ein Text oder Stoff aufwirft, Aufgaben, die der Aufführungsort ihr stellt, lassen sie — so sagt sie selbst von sich — zu einem 3-D-Drucker werden.

Von Beginn an arbeitet sie ins Modell. Es ist ein eigener künstlerischer und handwerklicher Prozess, der sich da in Gang setzt. Unbewusstes spielt hinein, das motorische Gedächtnis formt und zeichnet, spielt mit Materialien, so lange, bis sich langsam ein Verstehen einstellt.

Darum ist die Arbeit am Modell für diese Bühnenbildnerin fundamental. Digitale Hilfsmittel für die Entwürfe lehnt sie ab. Die Umsetzung ihrer Kopfbilder erfolgt in erster Linie haptisch. Selbst die Spielerinnen und Spieler eines Stücks gehen durch ihre Hände. Keine Figürchen aus dem handelsüblichen Modellbaukasten dienen zur Überprüfung der Wechselwirkung zwischen Figur und Raum, sondern typengenaue Ganzkörperporträts der Besetzung, die sie aus Styropor schnitzt. Sie will an einem geschützten Ort die Welt auseinandernehmen und erneut… mehr.

Dieses widmet sich in verschiedenen Formaten der Vernetzung zwischen österreichischen und internationalen Autoren, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aber auf Deutsch schreiben. Nun kämpft das renommierte Autorentheaterprojekt ums Überleben. Leider nein, zumindest nicht genau. Wir hatten im Herbst mit der zuständigen Jury ein ausführliches Hearing, in dem wir unser Vierjahreskonzept vorgestellt haben, haben aber danach bis zum heutigen Tag nichts mehr von ihnen gehört.

Die Nachricht, dass wir keine Konzeptförderung erhalten, hat uns sehr unerwartet getroffen. Hat dieser Aufruf etwas in Ihrem Sinn bewirkt? Erstens hat uns die prominente und breite Unterstützung sehr gefreut, weil sie zeigt, dass unsere Arbeit von vielen Menschen im deutschsprachigen Theaterraum und darüber hinaus geschätzt wird.

Zweitens hat uns dieser Brief die Tür zu weiteren Gesprächen mit der Stadt… mehr. Für das diesjährige Jubiläum des Figurentheaterfestivals hat sie eine betont politische Ausgabe kuratiert. Der Feminismus beschäftigt sie schon seit vielen Jahren. Genau genommen seit dem Moment, als sie ihr Frausein als Problem wahrnehmen musste: Sie wollte als Regisseurin arbeiten, hatte aber keine Chance. In einer Zeit, in der Ruth Berghaus deutschlandweit die einzige Opernregisseurin war. Berghaus und Kirsten Harms, die dann später Opernintendantin wurde, bezeichnet Annette Dabs als ihre damaligen Vorbilder.

Kein Intendant hat mich damals für voll genommen. Bert Neumann, Sie haben immer wieder gesagt, dass Sie sich als bildender Künstler verstehen, weil Sie ohne künstlerische Freiheit nicht arbeiten können. Wie kommt es, dass Sie dann doch am Theater gelandet sind? Tatsächlich habe ich mein erstes Engagement am Stadttheater, das war direkt nach dem Studium, vorzeitig beendet. Ich fühlte mich da fehl am Platz, unfrei, und habe mich auf die Suche nach Alternativen gemacht.

Es hat dann einige Jahre gedauert, bis das Angebot mit der Berliner Volksbühne kam. Da konnten wir selbst die Regeln bestimmen, das war ein völlig anderes Gefühl als an anderen Theatern. Das war ein einmaliger Freiraum, verbunden mit Produktionsbedingungen, die mir der Kunstmarkt nicht hätte bieten können.

Wie war es damals, als Frank Castorf Sie an die Berliner Volksbühne geholt hat und Sie zusammen den Theaterbegriff erweitert und so etwas wie eine ästhetische Wende eingeführt haben? Der Vorgang, dass wir da ein Theater bekommen haben, ohne uns darum beworben zu haben, ohne Lobby und dickes Telefonbuch, so was wäre heute nicht mehr denkbar. Das hatte mit der politischen Situation zu tun, auch mit der Sekunde Unordnung, wenn ein System zusammenbricht. Und mit einer Kulturpolitik, die sich noch auf Risiken einlassen wollte.

Es gab da einen Moment der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten in der ganzen Stadt, billige Mieten und damit Räume für Unabhängigkeit. Die Beschwörung dieses Gefühls ist heute nur noch als Bestandteil von Standortmarketing existent. Eine kleine, introvertierte Gemeinschaft mit seltsamen Ritualen in einem dystopischen Setting zwischen Bildschirmflimmern und Steinhaufen und ein illustres Team aus schrillen Einzelgänger-Typen inmitten eines kargen Trümmerfelds nach der Implosion des heilsversprechenden Schlaraffenlandes: Zwei künstlerische Handschriften, zwei unterschiedliche Konzepte, zwei komplett verschiedene Inszenierungen — aber ein seltsam ähnliches inhaltliches Grundsetting: Nach einem jeweils nicht weiter thematisierten apokalyptischen Zwischenfall treffen die Zuschauer auf eine Gemeinschaft von jungen Überlebenden, die sich auf unterschiedliche Weise als solche organisieren — in einer verdichteten Situation absoluter Gegenwärtigkeit, zwischen gescheiterter Vergangenheit und den Gefahren der Zukunft.

War die russische Avantgarde in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Massenspektakeln und Reenactments noch ernsthaft auf der Suche nach einer adäquaten Form, wurde später die Revue als geeignet für dieses Anliegen befunden — frei von Widersprüchen, volksnah und doch staatstragend. Doch Lenin kann kein historischer Bezugspunkt sein — ebenso wenig wie Gorbatschow.

Von Umsturz und Revolution will man nichts hören. So wird es in Russland kein offizielles Gedenken geben, wenn sich der Sturm auf den Winterpalast in der Nacht vom 6. November zum hundertsten Mal jährt — weder im Theater noch sonst wo.

Maria Aljochina, bekannt geworden durch ihre Verhaftung infolge des Auftritts in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale , jener 41 Sekunden, die Russland erschütterten, steht im Mittelpunkt des Abends.

Sie erzählt, singt und schreit zusammen mit einer Frau, die sie im Gefängnis kennengelernt hat, sowie zwei Musikern. Gemeinsam erfinden sie eine… mehr. Das Theater Thikwa ist ein Theater des ungezähmten Spiels.

Wo sich andernorts Handwerk, Technik, Theorie, mitunter gar Routinen in den Vordergrund drängen, trifft man hier auf ein Spiel, das anderen Regeln folgt.

Wenn es überhaupt Regeln kennt oder folgt. Das Ensemble des Theater Thikwa besteht aus lauter Charaktertypen, aus einer Gruppe von Künstlern höchster Eigenheit, die sich in den seltensten Fällen in eine klar umrissene Rolle pressen lassen. Sie repräsentieren nichts und schon gar nicht jemanden. Noch nicht einmal — im Sinne einer eh missverständlichen Authentizität — sich selbst.

Sie bringen ihre Geschichten, ihre Körper, ihre Eigenheiten als Material mit, das sie im freien Spiel auf der Bühne gestalten. Natürlich gibt es dabei Verabredungen. Natürlich gibt es Regisseure, Choreografen, Musiker, die die einzelnen Arbeiten anleiten. Doch hat dies wenig mit Disziplinierung zu tun. Das wäre auch gar nicht möglich, denn jeder hat hier seinen eigenen Kopf. Da findet eine Spielerin kein Ende und hört nicht auf zu monologisieren. Ein anderer tanzt aus der Reihe und sowieso zu seinem eigenen Beat.

Und trotzdem oder gerade deshalb kommen sie miteinander ins Spiel. Eine Wohnung, ein ritueller Laserschwertkampf, das Ziel: Hinzu kamen in einzelnen Produktionen viele assoziierte, ansonsten aber frei in der internationalen Tanzszene fluktuierende Kollegen.

Die Gründer von pvc gaben sich vielmehr ein paar Aufträge, unter anderem: Vielleicht ist die mission nicht accomplished, vielleicht wirkt sie noch fort. Neben Bühnenproduktionen, die oft Schauspiel und Tanz zusammenführten, wurde von Anfang an viel mit kleinen Aktionen und Performances im Stadtraum experimentiert. Es gab Bootlegs, Tanzraubkopien von bekannten Tanzstücken mit Laien, es wurden monatlich… mehr. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mich gefragt: Damals warst Du die Leiterin des kleinen, innovativen Stadttheaters in Izmit.

Ich möchte Dir sagen, was Du uns bedeutest. Du stehst für uns auf einem politischen Beobachtungsposten und bist Übersetzerin einer uns sehr vertrauten und gleichzeitig fremden Kultur. Du warst schon damals irritiert über die Islamophobie in Europa. Eine weitere Freiburger Recherche fand zu dieser Zeit parallel statt: Du warst ständiger Gast in dieser Runde, hast unsere Verwirrung kommentiert und uns beraten.

Zwei Grandes Dames der… mehr. Die mehrsprachige Stückentwicklung setzte sich mit der lokalen Historie einer jüdischen Altenburger Familie auseinander und öffnete dabei das Thema für einen internationalen Diskurs über Ausgrenzung und Vertreibung heute. Ausschlaggebend für diesen Brückenschlag war dabei die Zusammensetzung des Ensembles: So entstand eine einzigartige Diversität an nationalen, kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten der Darsteller, die gemeinsam an der jüdischen Familiengeschichte arbeiteten.

Darüber hinaus nahmen die Schauspieler die Historie zum Anlass, um über persönliche Erfahrungen von Diskriminierung, Ausgrenzung, Migration und Flucht zu sprechen. Zwölf ausverkaufte Vorstellungen wurden vom Die Kopfhörer sind ein Relikt des rumänischen Staatssicherheitsdienstes. Deshalb wurden Kopfhörer mit Simultanübersetzung eingeführt, damals noch verdrahtet.

Heute dient der über Funk gesendete Text nicht mehr der Überwachung durch ungebetene Gäste, sondern erfüllt einen zivilen Nutzen: Das deutschsprachige Theater soll allen offenstehen.

Friedrich Kittler hätte seine Freude gehabt. Das residiert in einem stolzen Theaterbau, der sich mit einer ziemlich wuchtigen Betonfassade der Piata Victoriei, dem Siegesplatz, zuwendet. Ein paar Hundert Leute sind zusammengekommen, um eine Woche vor der Stichwahl zur rumänischen Präsidentschaft für Klaus Iohannis, den Bürgermeister von Sibiu Hermannstadt , zu demonstrieren.

Den tatsächlich knappen Sieg des deutschstämmigen Iohannis über den amtierenden Ministerpräsidenten Victor Ponta als… mehr. Wo die Vertreter einer optimistischen Anthropologie im Jahrhundert die instinktive Mitleidsfähigkeit des Menschen hervorhoben, argumentieren ihre heutigen Nachfolger kognitions- oder neurowissenschaftlich und bevorzugen den Begriff der Empathie.

Nur selten wird freilich darauf hingewiesen, dass Menschen in der Regel über effiziente Mechanismen zur Vermeidung von Einfühlung verfügen und ihre Bereitschaft zur Einnahme oder Übernahme fremder Perspektiven im Alltag höchst begrenzt ist. Weil dies so ist, gibt es in unserer Gesellschaft Institutionen und Spezialisten, zu deren Aufgaben es gehört, sich in Personen hineinzuversetzen, denen gegenüber von einer allgemeinen Bereitschaft zur Perspektivübernahme nicht ausgegangen werden kann.

Wie können wir uns in Perspektiven hineinversetzen, die uns unangenehm sind? Können wir uns in Personen und Figuren hineindenken, die wir ablehnen? Solche, die wir uns nicht vorstellen können und wollen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen. In-fam ist, was keine Fama hat, worüber nicht oder nicht gerne gesprochen wird. Und doch scheinen selbst derart infame Perspektiven bisweilen auch attraktiv oder gar faszinierend zu wirken.

Frau Tscholl, Herr Köhler, als Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich nach den Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau versuchte, mit empörten Bürgern zu reden, muffelte einer von diesen: Wozu braucht man zum Beispiel Schauspieler? Ich lade Sie herzlich ein mitzuspielen, hätte ich geantwortet. Es ist ja nicht so, dass man sich selbst nie die Frage nach Sinn oder Unsinn von Theater stellen würde.

Aber diese Krise, in der wir gesellschaftlich gerade stehen, bestärkt mich, dass unsere Arbeit extrem wichtig und sinnvoll ist. Ja, man braucht streng genommen keine Schauspieler. Eine Gesellschaft muss immer wieder neu entscheiden, ob und warum sie diese Bühnenorte haben will. Persönlich finde ich solche Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung unersetzlich, gerade jetzt, gerade in Dresden.

Ich finde den Begriff Anspruch etwas zweifelhaft, weil darin immer noch die schöne und hehre Kunst anklingt, das Noble, das Heilige. Wir haben den Anspruch, dass wir präsent sind und uns mit der Realität auseinandersetzen.

Pegida und Flüchtlinge ziehen uns die Maske weg, führen uns den… mehr. Es wird herumgerätselt, was Trump bringen wird. Dabei hat er schon über ein Jahr lang geliefert. Er hat durch seine Art des Wahlkampfs und den daraus resultierenden Wahlsieg gezeigt, dass nun eine Mehrheit der wählenden Amerikaner Verfügungsmasse geworden ist.

Das war sie allerdings schon immer. Schon die sogenannten Väter der demokratischen Verfassung haben darauf geachtet, dass im niedergeschriebenen Recht die Anhäufung von Macht mit wirtschaftlichen Mitteln durch die Tatkräftigen von der weniger aktiven demokratischen Mehrheit nicht beeinträchtigt wird. Das hat Trump durch seinen Gebrauch der Sprache erreicht.

Seine ganz besondere aber erfolgreiche Art, den öffentlichen Diskurs zu führen, hat gezeigt, dass immer mehr Menschen in einer Sprache denken, mit der ihnen das eigene Denken abhandenkommt, also ausgetrieben wird. Orientierungslos geworden unter dem alltäglichen Beschuss durch die gewaltige Public-Relations- und… mehr. Das Interesse an dem Thema begleitet mich seit meiner Jugend. Das hat mich immer sehr interessiert. Dann wurde es vor einigen Monaten ernst, und wir begannen gemeinsam mit einem Spezialisten, dem Ensemble und den Dramaturgen mit den Recherchen, von der Vorgeschichte der Revolution über das Jahr bis zum Bürgerkrieg.

Wir merkten dann, dass wir für die Umsetzung einen begrenzten Ort mit einem beschränkten Figurenpersonal und einer bestimmten Atmosphäre brauchen würden. Schnell kamen wir darauf, das Stück in den letzten Monaten von Lenins Leben auf seiner Datscha anzusiedeln, Lenin halbseitig gelähmt, von der Parteiarbeit isoliert, von einigen Getreuen — oder solchen, die vorgeben es zu sein — umgeben. Wir wollen das Verwelken, das Verglühen… mehr. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, die Geschichte auch nicht, nur der Einzelne wird gezwungen — oft mittels eines auf ihn gerichteten Gewehrs — stehen zu bleiben.

Der Einzelne ist in der Geschichte immer der Dumme. Die Volksmassen demonstrieren unter Stalin-Bildern, rote Fahnen schwenkend, genauer: Geheimhaltung und Überwachung, Kampf und Spiel. Eingetaucht in Geschichten und Stimmen eines globalen Geflechts aus Überwachungstechnologien und Spionagepraktiken, Sicherheitsfirmen und Geheimnisträgern, klandestinen Operationen und Konflikten, eröffnet sich eine Welt jenseits öffentlicher Sichtbarkeit, demokratischer Partizipation und, so erfährt man, zu guten Teilen jenseits parlamentarischer Aufsicht.

Mit dieser Rahmung besteht ein Bezug zur Diagnose postdemokratischer Zustände, wie sie Colin Crouch vorgenommen hat: In den neunziger Jahren wurde das, was wir machen, vor allem als sozialtherapeutisches Projekt marginalisiert. Theater und überhaupt Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung hat damals in Pfarrsälen und als Freizeitbeschäftigung stattgefunden. Wir haben als Pioniere den Schritt vollzogen zu sagen, hier findet Kunst statt, und zwar inklusive Kunst, auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab.

In unserer allerersten Produktion war zum Beispiel schon Adriana Altaras beteiligt. War der Impuls Ihrer Arbeit anfangs Opposition dagegen, nicht ernst genommen zu werden? Ich habe mein erstes Stück für Thikwa inszeniert — und zwar von vornherein in der Absicht, einen guten Theaterabend auf die Beine zu stellen.

Ich hatte nie einen inklusiven Gedanken oder einen Aktion-Mensch-Blick. Die Stunde der Wahrheit. Über der Steppe von Mülheim glimmt eine fahle Sonne. Zwei finstere Gestalten gehen im Zwielicht in Position. Der Ruf eines Muezzins, zum Gebet, zum Gebet! Lange Gesichter, der Auftritt ist versaut. Hier — das könnte in Roberto Ciullis Inszenierung aber auch, ja, hier sein: Unter dem Schlagwort social turn wird in den Geisteswissenschaften seit einigen Jahren wieder vermehrt über das Gesellschaftliche und das Politische der Künste nachgedacht.

Zum einen gelingt ihnen mühelos der Brückenschlag zwischen bildender Kunst, Fotografie, Performancekunst und Theater, d. Aufführungen eine Reflexion über ihre materiellen und institutionellen Voraussetzungen in Gang setzen. Bevorzugt besprochen werden von Jackson und Bishop solche Arbeiten, die ihre eigene Infrastruktur, Produktionsbedingungen und Finanzierungsformen zum Thema machen. Insofern klären mich im Moment ältere Damen in thüringischen Hotelaufzügen auf, während ich auf die Etagenanzeige stiere: Sie steht aufrecht auf ihrem Weg runter ins Restaurant und sieht mich dabei auch noch vielsagend an: Und ist es auch.

Selbst wir in diesem Hotelaufzug wissen, der IS wird gleich verkünden: Der Fahrstuhl fährt allerdings noch weiter, er ist sehr langsam, und so sind wir noch im Schrecken, in dieser fragenden Situation: Kurze Zeit darauf wird mein Blick von der thüringischen Hotelterrasse ins weite Land abgelenkt von den Gesprächsfetzen rund um mich.

Spontan möchte man aufs Land ziehen, wenn man nicht schon dort wäre und die vielen Ängstlichen sähe, die auf einen auch nicht gewartet haben. Spontan möchte man nicht mehr… mehr. Die Auswahl von Schauspielstudierenden findet normalerweise hinter verschlossenen Türen statt. Jedes Jahr reisen Hunderte von Bewerberinnen und Bewerbern zu den Aufnahmeprüfungen an den staatlichen Schauspielschulen, um in mehrtägigen Vorsprechen einen der begehrten Studienplätze zu ergattern.

Wenige dürfen bleiben, die anderen wissen oft nicht genau, warum es bei ihnen nicht geklappt hat. In immer neuen Runden berät die Kommission aus Schauspiel-, Sprech- und Bewegungslehrern, ob die Bewerber das mitbringen, was sie bei einem Bühnenschauspieler suchen: Sie fragen, wie er oder sie mit dem Text umgeht und ob die Person auf Situationen, neue Aufgaben, Impulse eines Gegenübers im Moment reagieren kann.

Es sind schwer bestimmbare Kategorien der Erlebens- und Reaktionsfähigkeit, nach denen hier gefahndet wird, und in der Auswahl werden durchaus auch die Vorlieben der Lehrenden sichtbar, aber ebenso die Lust und das Ringen darum, in vielen Runden die Ergebnisse immer wieder in anderen Konstellationen zu überprüfen, um am… mehr. Ein rothaariges jähriges Mädchen betritt die Bühne, allein.

Sich zu entschuldigen für etwas, das man bietet, ist ungewöhnlich, passt aber zu einer Situation, bei der vieles auf Improvisation beruht, wie jetzt der Start der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus, das als solches gar nicht zur Verfügung steht.

Das wirkliche Zentrum der Stadt ist bekanntlich die Königsallee. Authentizität, das gibt es nicht. Das lernt man in derSchauspielschule. Dort versammelten sich neun Angestellte des Unternehmens auf einem Gruppenfoto. Durchgehend in ihren Zwanzigern, präsentierten sie sich dem Betrachter offenen Gesichts, dezent lächelnd, in charakteristischer Dienstkleidung: Die Anordnung der Gruppe vermittelte den Eindruck wechselseitiger Vertrautheit; drei Mitarbeiterinnen hatten, wie gute Freundinnen das tun, ihren Arm über die Schultern der anderen gelegt.

Tatsächlich arbeiteten die neun in Niederlassungen quer durch Deutschland, eine war sogar in Wien beschäftigt. Diese Zusatzinformation erschloss sich über Zahlen, die den Einzelnen zugeordnet waren und auf nummerierte, die Figuration einrahmende Textblöcke verwiesen. Eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen freien Gruppen und Theaterhäusern sollte überwunden werden.

Ziele der Reform waren Professionalisierung und Internationalisierung der freien Szene. Alle vier Jahre wurde zusätzlich eine unabhängige Jury berufen, die über vierjährige Konzeptförderungen für Gruppen, Festivals und Häuser zu entscheiden hatte. Zwischendurch kursierten Schlagworte wie Mindestgagen und geregelte Anstellungsverhältnisse. Heute macht Wien von sich reden, weil die hochsubventionierten Wiener Festwochen 10,5 Millionen Euro aus dem Kulturbudget der Stadt Wien sich unter neuer Leitung in ein Subkulturgewand kleideten, samt entsprechenden politischen Diskursen.

Doch die Rechnung ging nicht auf: Der Intendant stimmte als Zeichen seiner politischen Integrität kommentarlos der fristlosen Entlassung seiner neuen Kuratoren zu. Zwei Bauernopfer, um den Intendantenkopf nach heftiger Kritik kulturpolitisch zu retten. Und wie ist die Situation der freien Szene heute? Das Gesamtvolumen der Projektförderung bewegt sich seit… mehr. Der ersten Eigeninszenierung zu Goethes A World Stage — auf Kohle geboren.

Ein oberflächlicher Betrachter der Ausstattungskunst von Martin Rupprecht hält ihn aufgrund der Opulenz mancher seiner Bühnenarbeiten für einen barocken Typ des Szenographen, für einen, dessen Tiefe von einem schönen Schein begleitet ist, dessen Musiktheaterbilder und -kostüme einem nur kulinarischen Interesse seitens des Publikums eher entgegenkommen.

So weit, so falsch. Die Arbeit der Maskenbildnerin im Theaterteam hat Spuren hinterlassen: Man will gestylt, schön und stark sein. Und dazugehören, zur Gang. Doch erst einmal blühen ihm Aufnahmerituale, die tiefste Erniedrigung verlangen. Beim Wäscheaufhängen erscheinen ihm auf der Leinwand Bilder aus seiner Kindheit. Es ist mit den Händen zu greifen, wie die Insassen der Justizvollzugsanstalt Zeithain bei Riesa in Sachsen ihre Erfahrungen und kriminellen Karrieren in diese Stückentwicklung einarbeiten.

Eine rote Rose kommt immerhin vor. Man kennt die Delikte der Spieler nicht und kann auch die Verbrechen der Gang nur ahnen. Das wird ohne erhobenen Zeigefinger erzählt, denn… mehr.

Beide Beiträge hinterlassen ein zwiespältiges Gefühl. Weil Oberender sehr vieles richtig beschreibt und Probleme zutreffend benennt, dabei aber gleichzeitig sehr ungenau und in mancher Hinsicht missverständlich bis fahrlässig formuliert. Um einige Beispiele zu nennen: Die Erprobung neuer Kooperationsmodelle und projekthafter Arbeitsformen in einen strategischen Zusammenhang mit neoliberalen Ideologien zu stellen oder sie daraus abzuleiten, rückt alle Versuche, an einem neuen, positiven Begriff von Stadttheater zu arbeiten, in ein schiefes Licht.

Solche Kunst wird sich im Gegenteil immer aus dem Widerspruch gegen neoliberale Tendenzen begründen. Der steht bei… mehr. Dieser Trigorin ist jung, smart und aalglatt. Das wurde von vielen, die sich da als einäugige Riesen der Moral verspottet sahen, als sehr unfein zurückgewiesen. Sowieso ist diese Inszenierung ganz heutig verspielt und beinahe boulevardesk, um, so ihr Grundton, die Traurigkeit des Einzelnen im fröhlichen Wohlstand aller immer wieder als nur oberflächlich abgedeckt zu zeigen.

Kostja, hier Konni genannt, kann auch mit seiner wilden Schlagzeugperformance mit Nina wenig dagegen ausrichten. Es ist letztlich auch ein Bild davon, wie sich die etablierte Mittelklasse in ihrer… mehr. Der Titel des Buches, das die grundlegende programmatische Schrift des griechischen Regisseurs Theodoros Terzopoulos einem deutschen Publikum vorstellt, verkündet die Rückkehr des Dionysos. Was ist damit gemeint? Kehrt der antike Gott des Theaters endlich wieder in seine angestammte Sphäre, das Theater, zurück und betritt damit zugleich unsere megamoderne, superdigitalisierte Welt?

Zielt diese Rückkehr auf die Wiederherstellung eines früheren Zustandes oder auf eine radikale Erneuerung? Im Laufe des Jahrhunderts sind wiederholt Theaterkünstler mit dem Anspruch aufgetreten, Theater ganz neu zu bestimmen und es von Grund auf zu verändern. Die Theaterreformer um die Wende vom Jahrhundert, die verschiedenen Avantgardebewegungen im ersten Drittel des Jahrhunderts, die Vertreter der sogenannten Neoavantgarde oder Postmoderne seit den er Jahren und seit den er Jahren die Verkünder ganz unterschiedlicher neuer Theater- und Performanceformen, sie alle eint das Ziel, ein neues Theater zu schaffen, das den spezifischen Bedingungen ihrer Zeit Rechnung zu tragen vermag.

In einigen Fällen sollte dieses Ziel dadurch erreicht werden, dass der Schauspieler ins Zentrum treten und eine neue Schauspielkunst entwickeln sollte. In keinem Fall jedoch wurde sich dabei so dezidiert auf Dionysos berufen, wie Terzopoulos es… mehr. Die Rückkehr des Dionysos. Was mich am meisten interessiert, sind Orte und Menschen, die Potenzial haben. Frankfurt ist zugleich meine Heimatstadt. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und hatte schon als Kind die Idee, der Stadt etwas zurückzugeben.

Das ist soziales Denken zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt. Gut, ich war kein Kind mehr, sondern Jugendlicher, junger Erwachsener. Ich habe im Jahr miterlebt, wie hier das Kleist-Theater geschlossen wurde. Ich war in der letzten Vorstellung. Ich habe Rotz und Wasser geheult und immer noch gehofft, dass sich der eiserne Vorhang hebt und die Schauspieler wieder rauskommen zum Applaus. Aber die kamen nicht. Ich habe das als einen Riss empfunden und gedacht: Hier muss wieder Theater her.

Kann man einer Stadt anmerken, dass ein Theater fehlt? Ja, man spürt das. Ein Theater kann Themen setzen, die für die Stadt wichtig sind. Ich habe das Gefühl, dass eine Stadt, die kein Theater hat, ihre Identität nicht komplett ausleben kann. Welche Themen setzt jetzt das Moderne Theater Oderland? Wir haben viele Themen.

Das Problem der Arbeitslosigkeit ist sehr wichtig. Wir haben auch viele Flüchtlinge hier. Darin geht es um Sehnsüchte und Träume, und auch der Frankfurter… mehr. Als Auftrag der Ruhrtriennale uraufgeführt, entwirft die Schriftstellerin die Welt einer Gesundheitsdiktatur, die auf Logik und Vernunft basiert und in der die Menschen frei sind von Schmerz und Leid. Jegliche Rauschmittel sind verboten, dafür ist körperliche Fitness Pflicht, und Partnerschaft ist nur mit immunologisch kompatiblen Individuen erlaubt.

Das Rauchen einer Zigarette wird so zum Akt des Widerstandes. Die systemtreue Hauptfigur Mia kommt durch den Freitod ihres zu Unrecht wegen Mordes verurteilten Bruders ins Zweifeln, versäumt in ihrer Trauer obligatorische Fitnessübungen und raucht zudem eine Gedenkzigarette. Wie schon Han Solo erfahren musste, ein barbarischer Akt der Bestrafung, der vorgibt human zu sein, da in späteren Jahrzehnten eine Begnadigung unter anderen politischen Bedingungen in Aussicht gestellt wird.

Nun haben Dystopien im Theater keine richtige Tradition. Aus dem Nachteil einen Vorzug machen — das war das Motto von Gisela Höhne, promovierte Theaterwissenschaftlerin, die es mit ihrem damaligen Partner Klaus Erforth bis ans Deutsche Theater Berlin gebracht hatte, als sie ein Kind mit Trisomie 21 bekam, auch bekannt als Downsyndrom.

Das katapultierte sie mit einem Schlag heraus aus der sogenannten Normalität. Konnte sie nun noch anderes sein wollen als die Mutter eines behinderten Kindes? Ihr Sohn Moritz wurde das erste Ensemblemitglied. Ramba-Zamba ist immer Avantgarde. Keine Therapie oder Sozialarbeit, sondern der lebendige Beweis dafür, dass behinderte Menschen allein durch ihre Kunstausübung zu beeindrucken vermögen. Ein Spiel nicht nur mit Worten, auch mit Buchstaben, die ja — gesprochen — zuerst einmal Geräusche sind.

Es sind allesamt lustvolle… mehr. Falk Richters neue Theaterstücke, die in diesem Band versammelt sind, waren für mich ein Grund, warum ich in den vergangenen Jahren ins Theater gegangen bin. Vielen anderen Zuschauern ging das genauso. Denn diese Stücke finden eine genuine Antwort auf die Frage, warum es sich immer noch lohnt, ins Theater zu gehen. Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, in der die politische Mitte in Deutschland so sehr wegzubrechen drohte.

Der Aufschwung rechtsnationaler Bewegungen ist natürlich ein internationales Phänomen, das in vielerlei Hinsicht als eine populistische Gegenreaktion auf die Globalisierung verstanden werden kann. In Deutschland jedoch trafen uns diese Entwicklungen aufgrund unserer historischen Erfahrungen und ihrer scheinbaren Aufarbeitung überraschend. Ungläubig müssen wir dabei zusehen, wie völkische Ideologien medial wieder in den Mittelpunkt gerückt werden, wie Menschen in Talkshows sitzen und offen gegen Ausländer, Schwule und Lesben hetzen, ungläubig müssen wir von Anschlägen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsheime lesen.

Die Gruppierungen und Köpfe dieses Rechtsrucks umgeben sich dabei noch mit dem zynischen Opfer-Nimbus mutiger, vom Mainstream unterdrückter… mehr. Feierlich wirken die Rotund Orangetöne der afrikanischen Kleider und das eher klassische Schwarz der europäischen.

Die Wand mit den Glasfenstern zwischen ihnen lässt an den Besuchsraum eines Gefängnisses denken. Mehr Figuren aus dem Jahre alten Drama brauchen das Theater Osnabrück und das Teatro Avenida aus dem südostafrikanischen Mosambik nicht, um zu prüfen, wie es um Tragik und Missbrauch von Medea stünde, wäre sie eine Frau im Europa beziehungsweise im Afrika von heute.

Zehn Tage voller Gefühlsturbulenzen und schmerzhafter Selbsterkenntnisprozesse auf den Bühnen sind vorbei. Zehn Tage, in denen der Zuschauer allerlei Figuren begegnete, die mit sich oder mit ihrer Zeit hadern und gegen eigene Lebenslügen ankämpfen.

Auch das Eröffnungsstück stand ganz im Zeichen der Reflexion bitterer Wahrheiten. Das Drama um eine erfolgreiche Anwältin Sophie Melbinger , welche unversehens mit der tragischen Vergangenheit ihrer Mutter, einem Folteropfer der iranischen Despotie, konfrontiert wird, bleibt durch ambitionslose Regie Isabel Osthues sowie ein einfallsloses Bühnenbild Jeremias… mehr.

Seit Erving Goffman behauptete, dass wir alle Theater spielen, ist das Rollenspiel für Soziologen eine brauchbare Metapher für die Beschreibung sozialer Interaktion. In der März-Ausgabe von Theater der Zeit nahm sich Dirk Baecker der Thesen Goffmans an und kam zu der überraschenden Erkenntnis, dass wir nicht mehr Theater spielen, sondern Vertrauensspiele und dass die Funktion des Theaterspielens darin besteht, uns in eine paradoxe Rolle einzuüben: Wenn wir alle Theater spielen, was macht dann eigentlich der Schauspieler?

Er spielt zur Schau, könnte eine launige Antwort sein. Und vielleicht steckt in dieser Laune auch schon ein erster Hinweis auf die Kraft, die in der sinnlichen Darstellung sozialer Bedeutungen liegt.

Doch gerade diese Verbindung von Spielen und Zeigen scheint in eine Glaubwürdigkeitskrise geraten zu sein. Als Reaktion darauf hat sich das Schauspielen seit den er Jahren in zwei unterschiedliche… mehr.

Schon weniger wissen, dass sich in der Tasche seines Sakkos Pornohefte befanden. Offensichtlich ging es ihm damals finanziell so schlecht, dass er mit dem Verkauf der Heftchen versuchte, ein kleines Zubrot zu verdienen.

Ouen — und mit der Überführung der Gebeine nach Wien beauftragt. Da die Österreichische Botschaft zu diesem Zeitpunkt von allerlei… mehr. Wie ist folgender Satz zu deuten? Die hier versammelten Texte handeln von der vielleicht einfachsten und grundlegendsten Operation in Drama und Theater.

Als theatralische Handlung erscheint das Auftreten zunächst einmal als selbstverständlich und unscheinbar. Es gehört so offenkundig dazu, dass man es als ein eigenes organisierendes Prinzip gar nicht mehr wahrnimmt. Gerade deshalb aber ist es so schwer zu fassen — und von den Theater-, Literatur- und Kulturwissenschaften weitgehend vernachlässigt worden.

Es bedarf einer Grenze, die überschritten werden muss, um diesen Eintritt als solchen zu markieren. Der Auftritt ist also, zumindest seit der Erfindung der Guckkastenbühne im Jahrhundert, verbunden mit einer spezifischen Bildlichkeit, die in der Theatertheorie der Zeit unter dem Begriff des Tableaus behandelt wird. Dieser Beitrag versucht nun umgekehrt zu beschreiben, in welcher Weise der Auftritt für Bilder verwendet und was dabei gewonnen werden kann. Denn zunächst scheint es ja wenig Sinn zu machen, eine Darstellungstechnik, die an einen bewegten Körper gebunden ist, auch auf unbewegte Bilder zu beziehen.

Aus dem Auftritt, verstanden als ein Darstellungsmodell, lassen sich drei auch für Bilder relevante Aspekte gewinnen. Zum einen lassen sich die narratologischen Möglichkeiten und Grenzen von Bildern präziser bestimmen. Zum anderen bietet dieses Modell einen erhellenden bildwissenschaftlichen Zugang zum… mehr. Für jene ungewisse Lücke nämlich, die mitten dort besteht, wo ein Mensch irgendetwas über sich zu wissen meint.

Für jene uneindeutige Erfahrung also, die dort entsteht, wo einem Menschen etwas widerfährt. Mensah-Offei kann das auch, kann Körperaktion und Textintonation widerspruchsvoll in Zweifel ziehen. Also die Antwort, aber auf was eigentlich? Auch auf eine vielleicht gar nicht gestellte Frage? Eher die Suche nach einer inneren Logik, die gleichzeitig immer auch Unlogik, also Widerspruch und Zweifel sein kann. Oder wenn sie… mehr. Das sollte positiv sein, sofern wir es gut verwalten.

In einem Krankenhaus haben sechs Roboter überlebt und vollführen seit vielen Jahren ihre geschäftigen Routinen. Sie röntgen und operieren, dosieren Medikamente und beziehen Betten, erzählen sich gegenseitig Witze in den Raucherpausen oder beschweren sich bei der Oberschwester — einer stilisierten Leinwandprojektion, Mutter Betriebssystem — über die Arbeitsbedingungen. Die verschiedenen Maschinenmodelle rollen, piepsen, blinken und hantieren mit Schläuchen oder Greifarmen auf der Bühne.

Jeweils ein Bildschirm mit zu Emoticons stilisierten Gesichtern und eine Menschenstimme vom Band gibt ihnen die nötige Portion Persönlichkeit. Doch plötzlich ertönt ein Alarm: Ein Patient muss her, ein… mehr. In Bamberg, der Stadt des Hörnchens, nimmt man sich also des Croissants und dessen Interpretation weltlicher Verbiegungen an. Dass man bei diesem Vorhaben keinem Drei-Stunden-Gewitter aus drögen Politphrasen ausgesetzt wird, grenzt nur scheinbar an ein Wunder, ist aber vielmehr eine meisterliche Leistung von Regie und Dramaturgie.

Zu Beginn des Stücks erklärt sich das dreistöckige Bühnenbild wie von selbst, denn in jeweiliger Etage agieren die Vertreter des zugehörigen Standes.

Pyramidenhaft, sich nach oben verschmälernd, wird angedeutet, dass wenige über viele regieren, die Macht superexponentiell umgekehrt proportional zur Personenstärke der Herrschergruppe steht. Dass dieser balkonartige Aufbau nicht von ungefähr an ein Puppenspiel erinnert, beweist sich, als Adel und Klerus als halbmenschliche Puppen-Chimären auftreten. Ihr vollends kretinöses Dasein zeigt sich nicht nur durch die intrigante und egomanische Weise, am leidenden Volk vorbeizuregieren, sondern auch durch… mehr.

Mit bewundernswerter Präsenz stand er in einem Waggon der Linie U1 und nahm von den Umstehenden keinerlei Notiz, diese von ihm dafür umso mehr. Denn, klar, Utopien — wer hat die heute schon noch? Einige sehen darin nur Wäscheleinen. Andere denken, das sei Kunst. Noch immer gibt er den Ton vor. Trotzdem bleibt er immer gut für Pointen mit Fernwirkung. Gekündigt wurde er nun insgesamt bereits drei Mal, doch ein Gerichtsurteil erklärte diese Vorgänge bislang für ungültig.

Da die Stadtoberen das Urteil empörend fanden und es so klang, als ob sie auch gleich noch den betreffenden Richter kündigen wollten, dürfte klar sein, wie die Revision ausgeht. Es wird teuer werden für die Stadt. Gut für Latchinian, schlecht fürs Volkstheater, das aus seinem ohnehin nicht üppigen Haushalt bereits Rücklagen bildet, um eine Abfindung überhaupt zahlen zu können.

Eine Leinwandschönheit wie sie im Buche steht: Wer ist Jennifer Lopez? Wachablösung im Quartier Latin. Während die eine ihre x-te Hochzeit feiert und nur noch Parfüm zu verkaufen scheint, wackelt Eva mit ihrem formvollendeten Hintern von einem Hitfilm zum nächsten. Jessica Alba zeigte sich gleich zweimal zeimlich hüllenlos: Kurz darauf, im März , landete sie auf der Titelseite des Playboys. Warum zum Teufel gibt es den für die beste Bikini-Rolle noch nicht?

Unterschreiben Sie unseren Protestbrief! Das ehemalige Bad Girl Hollywoods hat sich längst ihrer Mutterrolle verschrieben. Doch wer sie in wirklich erotischer Action sehen will, muss "Plötzlich Gigolo" schauen: Dort rekelt sich die Kolumbianerin neben Sharon Stone.

Zusammen bezirzen sie John Turturro, den Glücklichen Den nicht operierten Busen unter der feuchten Bluse in die Höhe gereckt: Sie wurde oft kopiert, doch nie erreicht - von Pamela Anderson vielleicht. Wer es schafft, Tom Hanks um den Finger zu wickeln, darf auf einer Liste der verführerischsten Filmstars nicht fehlen.

Anne Hathaway war schon in vielen scharfen Rollen zu sehen. Doch da sie die vielleicht sinnlichste Schönheit unserer Liste ist, möchten wir auf ihre Verführungskünste verweisen. Allein mit diesem Namen schafft man es schon auf jede seriöse Erotikliste: Jeder war scharf auf unverhülltes Material von der blonden Grazie.





Parkplatzsex de oma am fkk strand

  • Fkk osnabrück selbstbefriedigung technik männer
  • Squirt lernen geiler harter fick
  • Sex kino wuppertal prostata ausdrücken
  • Spanking kontakte berlin brennessel folter